Lieber handeln
Viele Gewalttaten geschehen im Haushalt. Kriminologieprofessor Kilias hat in einer Studie die „beunruhigende Erkenntnis“ gemacht, dass „der Familienmord in der Schweiz sehr häufig vorkommt. Jedes zweite (!) Tötungsdelikt findet im Familienkreis statt.“ Und viele davon werden mit der Militärwaffe verübt. Kilias kommt zum Schluss: „Es ist nicht wegzudiskutieren, dass die Waffe zu Hause grosse Probleme verursacht.“ Es ist klar: Da Gewalttaten meist im Affekt passieren, erhöht die freie Verfügbarkeit von Schusswaffen das Risiko der Tatausübung mit fatalen Folgen.
Viele Gewalttaten geschehen im Haushalt. Kriminologieprofessor Kilias hat in einer Studie die „beunruhigende Erkenntnis“ gemacht, dass „der Familienmord in der Schweiz sehr häufig vorkommt. Jedes zweite (!) Tötungsdelikt findet im Familienkreis statt.“ Und viele davon werden mit der Militärwaffe verübt. Kilias kommt zum Schluss: „Es ist nicht wegzudiskutieren, dass die Waffe zu Hause grosse Probleme verursacht.“ Es ist klar: Da Gewalttaten meist im Affekt passieren, erhöht die freie Verfügbarkeit von Schusswaffen das Risiko der Tatausübung mit fatalen Folgen. Soweit die abstrakte Feststellung. Die traurige, konkrete Tat fand gestern einmal mehr statt. Dieses Mal in La Chaux-de-Fonds. Ein 51jähriger Schweizer tötete seine Ex-Frau mit der Militärwaffe. Und man fragt sich: Wie oft müssen solche tragischen Ereignisse noch geschehen, bis die Politik endlich handelt. Viele Bürgerinnen und Bürger wollen nicht mehr warten. Bereits haben über 50'000 Personen die von der SP Schweiz gemeinsam mit über 50 Organisationen lancierte Waffenschutzinitiative (www.waffen-initiative) unterschrieben. Und auch die unzähligen Briefe und Mails, die täglich zu diesem Thema eintreffen, zeigen es klar: Die Frage beschäftigt die Leute. Insbesondere die Frauen: Denn hinter dem leicht verharmlosenden Wort „Familientragödie“ verbirgt sich eigentlich immer ein „Frauendrama“: Ein Mann tötet eine Frau. Dazu kommt ein weiteres trauriges Phänomen: Der Einsatz von Waffen als Drohmittel. Und auch dort immer mit dem gleichen Schema: Der Mann bedroht die Frau. Und alles meist mit der zu Hause aufbewahrten Armeewaffe. Kurz: Die Frauen als Opfer eines Männerbrauchs aus dem letzten Jahrhundert.Und was macht derweil die Partei, die lauthals beklagt, dass die „Probleme und Sorgen der Bürger schnöde abgetan werden“ und die sich als einzige „bürgernahe“ Partei versteht – und sich insbesondere die „Schaffung von Sicherheit“ auf die Fahne geschrieben hat? Was macht diese Partei also gegen die Gewalt mit Armeewaffen? Nichts. Weil es ein „tiefer Einschnitt in die bewährte Tradition unserer Eidgenossenschaft“ (SVP-Ständerat Reimann) ist oder weil „Zehntausende von redlichen Jungen stolz darauf sind, in einem Land zu leben, in dem der Staat in sie als Wehrmann und als Bürger ein so grosses Vertrauen setzt, dass er ihnen Waffe und Munition anvertraut.“ (SVP-Ständerat Hofmann). Kurz: Blumige Begründungen – keine ArgumenteDie Fragen, die sich der Politik stellen, sind einfach: Will man fast täglich einen durch Armeewaffen getöteten Menschen hinnehmen – um dafür eine veraltete Tradition aufrechtzuerhalten, welche angeblich den Wehrwillen (was auch immer das ist) stärkt…? Oder will man das nicht. Will man einen Beitrag dazu leisten, dass in der Schweiz in Zukunft nicht mehr 2,2 Millionen moderne Waffen einfach so frei verfügbar sind? Oder will man das nicht? Will man dazu beitragen, dass in der Schweiz nicht nur Kühe, Schweine und Autos registriert sind, sondern auch gefährliche Waffen? Oder will man das nicht? Kurz: Will man einen Beitrag zu mehr Sicherheit leisten? Oder nicht. Wirklich handeln? Oder nicht.Für unzählige Leute ist die Antwort klar: Lieber handeln, statt polemisieren.







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