Statistik beweist: Je weniger Militärwaffen die Armee in Umlauf setzt, desto weniger Schusswaffentote gibt es
Die SP Schweiz nimmt mit Freude zur Kenntnis, dass die Anzahl Schusswaffentoter gesunken ist. Die neuste Untersuchung des Bundesamtes für Statistik belegt den Zusammenhang zwischen Anzahl verfügbarer Armeewaffen und Opfer von Waffengewalt und stärkt dadurch die Anliegen der Initiative für den Schutz vor Waffengewalt.
Als die Armee Mitte der 90er Jahre noch einen Effektivbestand von über 450'000 Soldaten aufwies, betrug auch die Anzahl jährlicher Schusswaffentoter noch um die 450. Im Jahre 2005 zählte die Armee noch 232'000 Soldaten und die Anzahl Schusswaffentote betrug rund 300. 2008 sank der Effektivbestand der Armee auf 206'000 Soldaten und die Anzahl Schusswaffentote bildete sich auf rund 260 zurück. Dies beweist den wissenschaftlich vielfach belegten Zusammenhang: Je weniger Schusswaffen verfügbar sind, desto weniger Schusswaffentote sind zu beklagen.
Massnahmen zur Einschränkung des Waffenbesitzes entfalten klar Wirkung. Es wäre deshalb falsch zu glauben, mit der Verkleinerung der Armee sei jetzt alles getan. Auch der Bundesrat zeigt in seiner Botschaft vom 16. Dezember 2009 klar auf, wie sich Familiendramen verhindern lassen: "Die Eindämmung der Verfügbarkeit von Feuerwaffen stellt eine gewichtige Massnahme dar, die insbesondere bei der Prävention von häuslicher Gewalt mit Todesfolgen entscheidend ist und das Droh- und Einschüchterungspotenzial mindert." Auch die Suizidrate lasse sich auf diesem Weg senken, wie der Bundesrat internationale Studien zusammenfasst: „Unbestritten ist, dass mit einer Reduktion der Verfügbarkeit von Feuerwaffen die Gesamtsuizidrate gesenkt werden kann."
Gegenwärtig zirkulieren in Schweizer Privathaushalten rund 2.3 Millionen Schusswaffen, wovon drei Viertel Armeewaffen: 1.465 Mio. an ehemalige Soldaten überlassen Armeewaffen; 51'300 leihwiese an Schützenvereine und Jungschützen abgegebene Armeewaffen und 218'000 Armeewaffen bei aktiven Soldaten. Diese grosse Verfügbarkeit an Armeewaffen ist ursächlich für die 260 Schusswaffentote, welche 2008 in der Schweiz zu beklagen waren. Wir dürfen uns damit nicht abfinden. Die Initiative für den Schutz vor Waffengewalt kann weitere Leben retten. Aus diesem Grund ist die SP Schweiz und mit ihr ein breites Unterstützungsbündnis von über 70 Organisationen mit Überzeugung für die Initiative.







Initiative Nein, Kontrolle der Waffen JA
Mittwoch, 05. Januar 2011 13:20:47
Philipp Sigrist