Familienpolitik
Grundsatzposition
Unser Land braucht nach wie vor eine moderne und sozialere Familienpolitik
. Im Zentrum der Überlegungen der SP zur Familienpolitik steht die Chancengleichheit der Kinder und der Erwachsenen. Um diese zu fördern, müssen die Familien gestärkt
werden.
Ohne gezielte familien- und bildungspolitische Massnahmen wird diese Chancengleichheit in den kommenden Jahren massiv unter Druck geraten. Dabei anerkennt die SP die Vielfalt verschiedener Lebensformen und wehrt sich gegen jegliche Diskriminierung. Die Förderung der Familien darf nicht auf Kosten anderer Bevölkerungsgruppen gehen.
Ausgangslage
Die Analyse der Bereiche «Arbeitswelt» und «finanzielle Unterstützung» zeigt folgende Problembereiche :
- Kinder werden zunehmend zu einem Armutsrisiko.
- Die meisten Familien kommen mit einem Einkommen nicht mehr über die Runde. Rund 65 % der Mütter mit Kindern unter 15 Jahren sind (teil)erwerbstätig.
- Die viel zu geringe Zahl an familien- und schulergänzenden Betreuungsplätzen (Krippen, Mittagstische, Tagesschule, Tagesfamilien) führt dazu, dass rund 40% der Schulkinder regelmässig unbetreut sind.
- Immer mehr Frauen lösen das Dilemma, zwischen Familie und Beruf wählen zu müssen, indem sie auf Kinder verzichten. Jede dritte Frau bleibt heute kinderlos.
- Die soziale Situation der Kinder hat sich verändert. 4 von 10 Kindern wachsen als Einzelkinder auf. Der Lebensraum der Kinder wird durch die dichte Besiedelung und vor allem durch den Verkehr massiv eingeschränkt.
Massnahmen
Für die SP stehen vier Massnahmen im Vordergrund , welche kurzfristig realisiert werden können und müssen:
- Einführen einer Familien-Ergänzungsleitunstung (EL), um das Armutsrisiko gezielt zu reduzieren.
- Steuerabzüge für Kinder bei der direkten Bundessteuer sind in Steuergutschriften umzuwandeln und weiter zu erhöhen.
- Steuerabzüge für Kinder bei den kantonalen Staatssteuern sind in Steuergutschriften nach dem Beispiel des Kantons Genf umzuwandeln.
- Vereinheitlichung der (minimalen) Familienzulagen in der Schweiz, sei es über ein Rahmengesetz zu den Familienzulagen, sei es über eine kompensatorische Ausgestaltung der Steuergutschrift bei der direkten Bundessteuer.
Kostenfolgen
Von den gesamten 4.35 Milliarden. Franken an Kosten dieser neuen Leistungen sind lediglich 500 Millionen Franken neu aufzubringende Finanzmittel. Bei 2.85 Mrd. Franken handelt es sich um reine Umwidmungen innerhalb des bestehenden Systems der familienpolitischen Transfers, bei 1 Mrd. Franken stellen Umwidmungen aus anderen bestehenden Einnahmen (durch Verzicht auf Reformpaket Familienbesteuerung) dar.Die Wirkungen der Ergänzungsleistungen können nur in Abhängigkeit der konkreten Einkommen- und Haushaltssituation angegeben werden. Maximal können für eine Familie Ergänzungsleistungen bis zu 49'000 Franken geleistet werden.Die mit den Kinderzulagen und Steuergutschriften verbundenen Schritte führen zu einem Kindergeld (Total aus Kinderzulage und Steuergutschrift) für jedes Kind von 4'900 Franken jährlich. Dies entspricht einem monatlichen Kindergeld von gut 400 Franken. Damit würde sich das Kindergeld der Grössenordnung des Existenzminimums (von durchschnittlich rund 450 Franken pro Kind, resp. 600 Franken für ein erstes und 300 Franken für weitere Kinder) annähern.
Hintergrund
- Vernehmlassungsantworten:
- Positionspapier Betreuungsgutschriften (April 2007)
- Gerechte Kinderzulagen - Ja zu einer modernen Familienpolitik (April 2006)
- Mit Kindern rechnen» Das familienpolitische Konzept der SP Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Büro BASS, Bern (Juli 2002).
- Mehr Krippenplätze Dank der SP: Das eidgenössische Parlament hat in der Herbstsession 2002 die Initiative "Anstossfinanzierung für familienergänzende Betreuungsplätze " von Jacqueline Fehr, Winterthur, verabschiedet. Der Bund stellt gemäss diesem Gesetz die nächsten 4 Jahre insgesamt 200 Mio. Franken als Starthilfe für familien- und schulergänzende Bereuungsangebote zur Verfügung. Das Gesetz wird voraussichtlich noch 2003 in Kraft gesetzt.
Medienmitteilungen
- 11.03.2010: Kinderkrippen: Dem Bund geht das Geld aus
- 04.06.2009: Kinderkrippen-Finanzierung: SP erzielt wichtigen Erfolg zu Gunsten der Familien
- 05.05.2009: SP erzielt wichtige Erfolge in der Familienpolitik
- 19.03.2009: Kinderkrippen-Finanzierung: Erfolgreiche SP im Nationalrat
- 15.12.2008: SP begrüsst Bundesratsentscheid zu Gunsten der Familien
- 15.12.2008: SP fordert echte Massnahmen zur Beilegung des Steuerstreits und Entlastung der Familien statt Steuergeschenke für Unternehmen
- 25.08.2008: SP kämpft erfolgreich für Krippen und Frühförderung
- 19.12.2007: Vaterschaftsurlaub bleibt auch nach dem Nein des Ständerates ein Thema
- 18.12.2007: Kinder und Jugendliche schützen, begleiten und ernst nehmen
- 12.11.2007: Vaterschaftsurlaub: Verpasste Gelegenheit – die SP bleibt dran
- 30.08.2007: SP erfreut über Pilotprojekt für Betreuungsgutschriften – SP liefert umfassendes Konzept zur Umsetzung
- 29.08.2007: Drei freie Tage machen noch keinen Vaterschaftsurlaub
- 30.06.2007: SP-Sozialgipfel : Neue Fairness braucht die Schweiz – SP fordert höhere AHV-Renten und Kinderzulagen
- 24.03.2007: SP ist die Partei der Zukunft in der Familien- und Bildungspolitik
- 18.03.2007: Die Zeit ist reif für eine politische Offensive für familienergänzende Kinderbetreuung
- 12.02.2007: KMU-Handbuch «Beruf und Familie»: zahnloser, unverbindlicher Papiertiger
- 27.12.2006: Den Kindern ihre Rechte
- 20.09.2006: Keine Kürzungen beim Impulsprogramm für familienergänzende Kinderbetreuung!
- 19.09.2006: Bildungskredit und Anstossfinanzierung für Kinderkrippen: Jetzt sind Taten statt Worte gefragt, liebe CVP und FDP
- 13.07.2006: Referendum gegen gerechte Kinderzulagen hat kaum Chancen
- 07.06.2006: SP hocherfreut: Kein Abbau der familienergänzenden Kinderbetreuung
- 05.05.2006: SP erfreut über SGK-Entscheid zum Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung
- 04.04.2006: Die SP ist zuversichtlich: Die Bevölkerung will einheitliche und gerechte Kinderzulagen
- 24.3.2006: Familienzulagen: Ein Sieg für die SP und die Familien
- 13.03.2006: Ja zu den Kinderzulagen: Endlich ein Schritt Richtung Familienpolitik
- 10.03.2006: Familienergänzende Kinderbetreuung: Das Parlament muss den Bundesrat korrigieren







Social media
RSS abonnieren
Twitter