13.01.2010

Übersetzte Risikoprämien: neuer Rentenklau bahnt sich an!

Die Statistik zeigt schwarz auf weiss, was der Kassensturz gestern aufdeckte: Im Jahre 2008 nahmen die Lebensversicherungen 2,950 Milliarden Franken für die Invaliden- und Hinterlassenenrenten der bei ihnen angeschlossenen Sammelstiftungen ein. Die effektiven Aufwendungen für Renten und nötige Reserven schlugen aber nur mit 1,281 Milliarden Franken zu Buche. Daraus ergab sich ein Überschuss von schier unglaublichen 1,669 Milliarden Franken oder rund 1000 Franken pro aktiven Versicherten. Der Gewinn zu Gunsten der Versicherungen macht im Durchschnitt satte 56 % (!) aus. Dennoch soll auf Druck der Lebensversicherer der Umwandlungssatz weiter gesenkt werden. Die SP macht hier nicht mit.

SP-Nationalrat Ruedi Rechsteiner erklärt, was mit dem Zusatzkapital geschieht: „Diese Überschüsse wurden im vergangenen Jahr dazu verwendet, die Kursverluste auf den Kapitalanlagen für die Altersrenten zu kompensieren. Interessant ist aber, was passiert, wenn die Zinsen im laufenden Jahr ansteigen. Dann beginnt ein neuer Rentenklau, denn die Versicherungen behalten – entgegen dem Wortlaut im Gesetz 10% vom Umsatz für sich statt zehn Prozent der Überschüsse.“

Der Druck für weitere Rentensenkungen kommt jetzt aber ausgerechnet von den Privatversicherungen. Die Versicherungsmanager wollen möglichst viel Geld für sich selber und für die Aktionäre abzweigen. Zu den hohen Gewinnentnahmen gesellen sich die Verwaltungskosten. JedeR der 1,6 Millionen aktiven Versicherten bezahlt den Lebensversicherungen 770 Franken Verwaltungskosten pro Jahr. Sogar die Kosten des aktuellen Abstimmungskampfs der Versicherungslobby dürften von den Versicherten bezahlt werden – über Abzüge von den Überschussbeteiligungen.


Am meisten Überschuss auf den Risikoprämien erwirtschaftete die Axa Winterthur: 69% der Prämieneinnahmen  (Daten: Finma 2009)

Material
Informationen des Komitees «Sichere Altersvorsorge»

PDF generieren