Thurgauer Energieinitiativen JA
Die beiden Energieinitiativen ergänzen unsere Kantonsverfassung und das
Energienutzungsgesetz.
Die Verfassung setzt neu fest: Kanton und Gemeinden (..) fördern Massnahmen zur
Nutzung umweltverträglicher erneuerbarer Energien und schaffen Anreize für eine
sparsame und effiziente Energieverwendung im Kanton Thurgau (§82).
Im Energienutzungsgesetz wird §6, der beitragsberechtigte Massnahmen regelt,
ergänzt durch den Zusatz: (..) insbesondere Elektrizität aus Neuanlagen, welche
Sonnenenergie, Biomasse, Geothermie und natur- und landschaftsverträglich
gewonnene Wasserkraft verwenden. §6a regelt den Energiefonds. Hier wird
festgehalten, dass er neu auch durch Erträge aus Beteiligungen an Energiegesellschaften
geäufnet wird. Neu soll für das Budgetjahr insgesamt eine
Fördersumme von zwanzig bis dreissig Millionen zur Verfügung stehen.
Wer profitiert von diesen Energieinitiativen?
Land- und Forstwirtschaft: Ob Solarstrom von unzähligen Scheunendächern, ob
Biogas aus Gülle und Mist, Wärme und Strom aus Holz – Bauern können vom Landwirt
auch zum „Energiewirt“ werden.
Natur: Naturkatastrophen, Wetteranomalien, Schäden durch verschmutzte Luft machen
klar, dass wir schnell und massiv die CO2-Belastung senken müssen. Energieeffizienz
und erneuerbare Energien sind der Schlüssel dazu.
Bevölkerung: Sie profitiert durch bessere Wohnqualität dank geringer Luftbelastung,
durch zahlreiche Arbeitsplätze, die dank den angestossenen Bauvorhaben entstehen,
durch die zunehmende Unabhängigkeit von Erdöl, Erdgas und Atomstrom;
Energieträger, die knapp und darum teurer werden.
Kanton: Unser Image als grüner, gesunder Wohnkanton und fortschrittlicher
Wirtschaftskanton wird (noch) besser, denn mit den Energieinitiativen wird der Thurgau
bezüglich Energiepolitik zum Vorzeigekanton.
Wirtschaft: Pro Jahr wird für rund 800 Mio Fr. Energie in den Kanton Thurgau
importiert. Bei der Produktion im Kanton bleibt der grösste Teil der Wertschöpfung hier;
der Geldmittelabfluss in die erdölexportierenden Staaten wird gebremst. Dank der
Energieinitiativen werden jährliche Investitionen von 170 Mio Fr., 1700 Arbeitsplätze
und eine Einsparung von 11 Mio Liter Heizöl (Vermeidung von 25 000 t CO2) erwartet.
Versorgungssicherheit: Die Abhängigkeit von erdöl- und erdgasexportierenden Staaten
birgt erhebliche Risiken, zumal unsere Importe aus einer geopolitisch unsicheren
Weltregion kommen. Zudem bezahlten wir (ganze Schweiz) 2008 für fossile
Energieimporte 13 Mrd. Fr. Auch die Atomenergie ist keine Lösung, denn Uran
wird ebenso importiert und ist hoch problematisch!
2000-Watt-Gesellschaft
Ziel unserer Energiepolitik - aber auch der Verkehrspolitik, der Wirtschaft und unseres
Verhaltens - muss zwingend die 2000-Watt-Gesellschaft sein. 2000 Watt pro Person
(Dauerleistung) kann langfristig aufrecht erhalten werden, ohne unseren Planeten zu
schädigen und ohne Raubbau auf Kosten unserer Nachkommen. Heute brauchen wir
in der Schweiz 6300 Watt/Person.






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