{"id":153593,"date":"2022-03-31T13:09:12","date_gmt":"2022-03-31T11:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/vorstoesse\/anerkennung-der-gesellschaftlich-unverzichtbaren-care-arbeit-durch-die-stadt-bern-als-arbeitgeberin\/"},"modified":"2022-03-31T13:09:12","modified_gmt":"2022-03-31T11:09:12","slug":"anerkennung-der-gesellschaftlich-unverzichtbaren-care-arbeit-durch-die-stadt-bern-als-arbeitgeberin","status":"publish","type":"vorstoesse","link":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/vorstoesse\/anerkennung-der-gesellschaftlich-unverzichtbaren-care-arbeit-durch-die-stadt-bern-als-arbeitgeberin\/","title":{"rendered":"Anerkennung der gesellschaftlich unverzichtbaren Care-Arbeit durch die Stadt Bern als Arbeitgeberin"},"content":{"rendered":"<p>Als Care-Arbeit wird die Sorge-, Pflege-, Betreuungsarbeit f\u00fcr Kinder und pflegebed\u00fcrftige Angeh\u00f6rige bezeichnet. Alle Menschen sind in gewissen Lebensphasen auf die F\u00fcrsorge anderer angewiesen und nehmen Care-Arbeit in Anspruch. Care-Arbeit ist f\u00fcr die Nachhaltigkeit einer Volkswirtschaft genauso unerl\u00e4sslich wie bezahlte Arbeit. In der Schweiz werden j\u00e4hrlich rund 16 Mia. Arbeitsstunden geleistet, der gr\u00f6ssere Teil davon, n\u00e4mlich 8.7 Mia. sind unbezahlt. Dies entspricht \u00fcber 1 Million Vollzeitstellen und Arbeitskosten von \u00fcber 80 Milliarden Franken, was den gesamten j\u00e4hrlichen Arbeitskosten im Baugewerbe und Handel entspricht. Der gr\u00f6sste Anteil der unbezahlten Care-Arbeit wird nach wie vor von Frauen geleistet. Die langsam voranschreitende faktische Gleichstellung zwischen Frau und Mann ist nicht zuletzt auf den Umstand zur\u00fcck zu f\u00fchren, dass Care-Arbeit nach wie vor sehr ungleich verteilt ist. Wer unbezahlte Care-Arbeit leistet nimmt immer noch betr\u00e4chtliche Nachteile in Kauf (geringere Lohn- und Karrierechancen, mangelhafte sozialversicherungsrechtliche Absicherung, tiefere Renten und fehlende gesellschaftliche Anerkennung).<br \/>\nDer Bedarf an Care-Arbeit wird in den n\u00e4chsten Jahren weiter steigen insbesondere durch die zunehmende Alterung der Gesellschaft, welche mehr pflegebed\u00fcrftige Menschen hervorbringe wird.<br \/>\nGleichzeitig steht die Schweiz durch die demografische Entwicklung, die aktuelle Migrationspolitik<br \/>\nsowie durch die ver\u00e4nderten Anforderungen an Arbeitnehmende in einer digitalisierten Arbeitswelt<br \/>\nvor dem Problem eines zunehmenden Fachkr\u00e4ftemangels. Die Schweizer Wirtschaft kann es sich<br \/>\nnicht mehr leisten, weitgehend auf die Erwerbsarbeit von Care-Arbeit leistenden Personen zu verzichten. Es m\u00fcssen also L\u00f6sungen zur besseren Vereinbarkeit zwischen Erwerbs- und Care-Arbeit<br \/>\ngefunden werden.<br \/>\nAttraktive Arbeitgeber m\u00fcssen unter dem Eindruck der zunehmenden Problematik des Fachkr\u00e4ftemangels, sowie der ver\u00e4nderten Bed\u00fcrfnisse der jungen Erwerbsgeneration gerade im Bereich<br \/>\nder Vereinbarkeit von Erwerbs- und Care-Arbeit fortschrittliche Bedingungen schaffen. Der Bund<br \/>\nhat die Problematik mit seinem Vorschlag zu einem Bundesgesetz \u00fcber die Verbesserung der Vereinbarkeit von Erwerbst\u00e4tigkeit und Angeh\u00f6rigenbetreuung aufgegriffen. Auch verschiedene Arbeitgeber haben die Wichtigkeit des Themas erkannt. Im Gesamtarbeitsvertrag der Post ist seit<br \/>\nAnfang 2016 die M\u00f6glichkeit auf Hilfeleistung im Gesamtarbeitsvertrag ausdr\u00fccklich geregelt und<br \/>\ndie Swisscom hat mit dem Programm \u00abWork and Care\u00bb als erstes Schweizer Grossunternehmen<br \/>\nein flexibles Arbeitszeitmodell eingef\u00fchrt, das speziell auf die Bed\u00fcrfnisse pflegender Angeh\u00f6riger<br \/>\nausgerichtet ist.<br \/>\nDas aktuelle Personalrecht der Stadt Bern erscheint unter Ber\u00fccksichtigung der genannten Fakten<br \/>\nwenig fortschrittlich. Damit die Stadt Bern auch zuk\u00fcnftig eine attraktive Arbeitgeberin bleibt, sind<br \/>\nweitere Massnahmen vorzusehen und umzusetzen.<br \/>\nWir fordern den Gemeinderat h\u00f6flich auf,<br \/>\n1. Die Einf\u00fchrung von mindestens 15 Tagen bezahltem Urlaub pro Jahr zur Leistung von Betreuungspflichten bei minderj\u00e4hrigen Kindern sowie f\u00fcr die Pflege kranker Angeh\u00f6riger bzw. die<br \/>\n\u00dcbernahme einer f\u00fcr die Angestellten g\u00fcnstigeren bundesrechtlichen L\u00f6sung ins st\u00e4dtische<br \/>\nPersonalrecht zu pr\u00fcfen.<br \/>\n2. Dem Stadtrat einen Bericht mit arbeitsorganisatorischen Vorschl\u00e4gen zur Verbesserung der<br \/>\nVereinbarkeit von Erwerbs- und Care-Arbeit bei st\u00e4dtischen Angestellten in allen Bereichen zu<br \/>\nunterbreiten. Dabei ist insbesondere die Situation der Bereiche Technik und Handwerk sowie<br \/>\nSoziales und Gesundheit und Rettungsdienste (gem\u00e4ss Anhang 2 PVO) zu ber\u00fccksichtigen.<br \/>\n3. Die Verbesserung der sozialversicherungsrechtlichen Absicherung von Personen zu pr\u00fcfen,<br \/>\ndie sich aufgrund von Care Verpflichtungen gezwungen sehen, ihr Pensum vor\u00fcbergehend zu<br \/>\nreduzieren.<br \/>\n4. Dem Stadtrat einen Bericht zu unterbreiten, welche Massnahmen ergriffen werden, damit Personen mit Care Verpflichtungen keine Nachteile bei der Lohnzahlung (Einreihung, Lohnanstieg, Leistungsbeurteilung) sowie der beruflichen Laufbahnentwicklung und Karriereplanung<br \/>\nentstehen.<\/p>\n","protected":false},"template":"","vorstossthema":[15863],"vorstosstyp":[15933],"vorstossstatus":[15833],"cpt-canton":[1566],"class_list":["post-153593","vorstoesse","type-vorstoesse","status-publish","hentry","vorstossthema-cohesion-sociale-et-egalite","vorstosstyp-postulat-fr","vorstossstatus-in_work","cpt-canton-berne"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstoesse\/153593","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstoesse"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/vorstoesse"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstoesse\/153593\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=153593"}],"wp:term":[{"taxonomy":"vorstossthema","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstossthema?post=153593"},{"taxonomy":"vorstosstyp","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstosstyp?post=153593"},{"taxonomy":"vorstossstatus","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstossstatus?post=153593"},{"taxonomy":"cpt-canton","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/cpt-canton?post=153593"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}