{"id":153597,"date":"2022-03-31T09:40:07","date_gmt":"2022-03-31T07:40:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/vorstoesse\/verhinderung-eines-einsatzes-von-biometrischen-erkennungssystemen-im-oeffentlich-zugaenglichen-raum-der-stadt\/"},"modified":"2022-03-31T09:40:07","modified_gmt":"2022-03-31T07:40:07","slug":"verhinderung-eines-einsatzes-von-biometrischen-erkennungssystemen-im-oeffentlich-zugaenglichen-raum-der-stadt","status":"publish","type":"vorstoesse","link":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/vorstoesse\/verhinderung-eines-einsatzes-von-biometrischen-erkennungssystemen-im-oeffentlich-zugaenglichen-raum-der-stadt\/","title":{"rendered":"Verhinderung eines Einsatzes von biometrischen Erkennungssystemen im \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Raum der Stadt"},"content":{"rendered":"<p>Der Stadtrat wird aufgefordert zu pr\u00fcfen, wie er sicherstellen kann, dass auf dem Stadtgebiet<br \/>\nder Stadt Z\u00fcrich im \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Raum weder durch staatliche Organe noch durch<br \/>\nPrivate biometrische Erkennungssysteme eingesetzt werden.<br \/>\nBegr\u00fcndung:<br \/>\nMit dem vorliegenden Postulat wird der Stadtrat einerseits aufgefordert zu pr\u00fcfen, wie<br \/>\nsichergestellt werden kann, dass s\u00e4mtliche st\u00e4dtischen Organe inkl. Stadtpolizei (z.B. mit<br \/>\nVerboten, Dienstanweisungen, etc.) g\u00e4nzlich auf den Einsatz von biometrischen<br \/>\n\u00dcberwachungssystemen verzichten. Zudem soll gepr\u00fcft werden, wie auch deren Einsatz<br \/>\ndurch private Dritte im \u00f6ffentlichen und \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Raum (z.B. mit Aufkl\u00e4rung,<br \/>\nVerbotszonen, Bewilligungsverfahren oder Verhandlungen mit Bund und Kanton)<br \/>\nverhindert werden kann.<br \/>\nDer Einsatz von biometrischen Erkennungssystemen zur Identifizierung von Personen im<br \/>\n\u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Raum zu (Massen-)\u00dcberwachungszwecken stellt eine Gefahr f\u00fcr die<br \/>\nGrundrechte der Stadtbev\u00f6lkerung dar. Zudem werden damit fundamentale demokratische<br \/>\nPrinzipien unterwandert. Biometrische Erkennungssysteme werden dazu eingesetzt, Individuen<br \/>\nanhand ihrer biometrischen Daten aus einer Menge von Menschen zu identifizieren oder zu \u00fcberwachen, wobei sie als Referenz auf eine Datenbank zur\u00fcckgreifen. Die h\u00e4ufigste Form sind<br \/>\nGesichtserkennungssysteme. Die Identifikation kann jedoch auch anhand anderer biometrischer<br \/>\nDaten (wie Gang, Augen, Stimme) erfolgen. Der unterschiedslose Einsatz solcher Systeme im<br \/>\n\u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Raum erm\u00f6glicht eine biometrische Massen\u00fcberwachung.<br \/>\nGesichtserkennungssysteme k\u00f6nnen oft diskriminierend wirken, da sich gezeigt hat, dass sie<br \/>\nbeispielsweise Menschen dunkler Hautfarbe oder Frauen weniger gut erkennen. Dies f\u00fchrt bei<br \/>\ndiesen Gruppen zu einer h\u00f6heren Anzahl an falsch positiven Treffern &#8211; was, zum Beispiel im<br \/>\nStrafverfolgungskontext, relevante Auswirkungen auf Personen haben kann. Grund daf\u00fcr ist,<br \/>\ndass die Daten, mit denen die Systeme trainiert wurden, nicht repr\u00e4sentativ sind bzw.<br \/>\n\u00fcberproportional Daten von Menschen weisser Hautfarbe und M\u00e4nnern enthalten. Gleichzeitig<br \/>\nist es aber so, dass eine Verbesserung der Akkuratheit auf technologischer Ebene die<br \/>\nProblematik nicht beseitigt, weshalb ein Moratorium f\u00fcr die Anwendung solcher Systeme nicht<br \/>\nausreichend ist: der Einsatz von biometrischen Erkennungssystemen im \u00f6ffentlichen Raum<br \/>\nerm\u00f6glicht eine undifferenzierte Massen\u00fcben\/vachung,die inh\u00e4rent mit Grundrechten in Konflikt<br \/>\nsteht. Wenn Menschen im \u00f6ffentlichen Raum jederzeit identifiziert und \u00fcberwacht werden<br \/>\nk\u00f6nnen, verletzt dies nicht nur ihr Recht auf Privatsph\u00e4re und Datenschutz, sondern hat auch<br \/>\neine abschreckende Wirkung, die sie vom Wahrnehmen von Grundrechten wie der<br \/>\nMeinungs\u00e4usserungs- oder Versammlungsfreiheit abh\u00e4lt. Der Einsatz dieser Systeme im<br \/>\n\u00f6ffentlichen Raum kann demnach per se nicht auf grundrechtskonforme Weise geschehen,<br \/>\nsondern ist mit zentralen demokratisch garantierten Freiheiten inkompatibel.<\/p>\n","protected":false},"template":"","vorstossthema":[15869],"vorstosstyp":[15933],"vorstossstatus":[15833],"cpt-canton":[1604],"class_list":["post-153597","vorstoesse","type-vorstoesse","status-publish","hentry","vorstossthema-ordre-et-securite-publics","vorstosstyp-postulat-fr","vorstossstatus-in_work","cpt-canton-zurich"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstoesse\/153597","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstoesse"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/vorstoesse"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstoesse\/153597\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=153597"}],"wp:term":[{"taxonomy":"vorstossthema","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstossthema?post=153597"},{"taxonomy":"vorstosstyp","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstosstyp?post=153597"},{"taxonomy":"vorstossstatus","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstossstatus?post=153597"},{"taxonomy":"cpt-canton","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/cpt-canton?post=153597"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}