{"id":179986,"date":"2026-03-12T10:42:32","date_gmt":"2026-03-12T09:42:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/?post_type=vorstoesse&#038;p=179986"},"modified":"2026-03-12T10:42:40","modified_gmt":"2026-03-12T09:42:40","slug":"jugendgerechte-und-transparente-ausgestaltung-der-jugendpatrouille-der-kantonspolizei-bern","status":"publish","type":"vorstoesse","link":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/vorstoesse\/jugendgerechte-und-transparente-ausgestaltung-der-jugendpatrouille-der-kantonspolizei-bern\/","title":{"rendered":"Jugendgerechte und transparente Ausgestaltung der Jugendpatrouille der Kantonspolizei Bern"},"content":{"rendered":"<p>Der Gemeinderat wird beauftragt, sich gegen\u00fcber der Kantonspolizei Bern sowie im Rahmen seiner eigenen Zust\u00e4ndigkeiten daf\u00fcr einzusetzen, dass die Jugendpatrouille in<br \/>der Stadt Bern unter Ber\u00fccksichtigung folgender Punkte weiterentwickelt und im Leistungsauftrag aufgenommen wird:<\/p>\n<p>1. Bei sicherheitsrelevanten Themen mit Jugendbezug ist die \u00d6ffentlichkeit k\u00fcnftig fr\u00fchzeitig und umfassend zu informieren \u2013 insbesondere bei strukturellen Anpassungen oder \u00dcberg\u00e4ngen zu Leistungsauftr\u00e4gen.<\/p>\n<p>2. Eine Ausweitung der Jugendpatrouille auf weitere Stadtteile oder eine Ver\u00e4nderung ihres Mandats darf nur nach \u00f6ffentlicher Diskussion und parlamentarischer Mitwirkung erfolgen.<\/p>\n<p>3. Die Stadt Bern soll sich daf\u00fcr einsetzen, dass \u00fcber die Jugendpatrouille der Kantonspolizei Bern regelm\u00e4ssig und \u00f6ffentlich Bericht erstattet wird. Dies umfasst die Darstellung von Zielen, einge setzten Methoden, konkreten Massnahmen sowie deren Wirkung auf Jugendliche und das st\u00e4dtische Zusammenleben. Die Berichte sollen mindestens einmal j\u00e4hrlich ver\u00f6ffentlicht und der zust\u00e4ndigen Kommission zur Kenntnis gebracht werden.<\/p>\n<p>4. Alle Polizistinnen, die im Rahmen der Jugendpatrouille t\u00e4tig sind, sollen eine spezifische Weiterbildung in folgenden Bereichen absolvieren:<br \/>a. Jugendpsychologie und Entwicklungspsychologie: Polizistinnen sollen die psychologischen und entwicklungsbedingten Besonderheiten von Jugendlichen kennen, um angemessen auf deren Verhalten reagieren zu k\u00f6nnen.<br \/>b. Gewaltpr\u00e4vention und Deeskalation: Polizistinnen sollen Strategien zur Vermeidung und Beruhigung von Konflikten anwenden k\u00f6nnen, um Eskalationen fr\u00fchzeitig zu verhindern.<br \/>c. Interkulturelle Kompetenz und diskriminierungsfreier Umgang: Polizistinnen sollen Jugendliche unabh\u00e4ngig von Herkunft, Religion oder sozialem Hintergrund respektvoll und vorurteilsfrei behandeln.<br \/>d. Triagefunktion in belastenden Situationen: Polizistinnen sollen belastende Lebenslagen von Jugendlichen erkennen und gezielt an geeignete Fachstellen weitervermitteln k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6rt die aktive und verst\u00e4ndliche Weitergabe von Informationen zu Unterst\u00fctzungsangeboten.<\/p>\n<p>5. Die Stadt Bern soll gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen eine unabh\u00e4ngige, anonyme und jugendgerechte Anlaufstelle schaffen, bei der Jugendliche negative Erfahrungen mit der Polizei melden und Unterst\u00fctzung erhalten k\u00f6nnen. Die Anlaufstelle soll auch pr\u00e4ventiv wirken und Jugendlichen Informationen zu ihren Rechten im Kontakt mit Beh\u00f6rden vermitteln.<\/p>\n<p>6. Die Jugendpatrouille soll regelm\u00e4ssig durch eine unabh\u00e4ngige Stelle evaluiert werden, unter Einbezug von Jugendlichen, Fachpersonen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Jugendliche sollen aktiv in die Weiterentwicklung des Konzepts eingebunden werden, z.B. durch Workshops, Umfragen oder Jugendforen.<\/p>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Begr\u00fcndung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Jugendpatrouille kann ein sinnvolles Instrument der Pr\u00e4vention sein \u2013 aber nur, wenn sie transparent, professionell und partizipativ ausgestaltet ist. Eine regelm\u00e4ssige Evaluation durch unabh\u00e4ngige Stellen, die Einbindung von Jugendlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie klare politische Kontrolle sind unerl\u00e4sslich. Die Jugendpatrouille der Kantonspolizei Bern wurde urspr\u00fcnglich als Pilotprojekt in der Stadt Bern eingef\u00fchrt. Ziel war es, neue Formen der Pr\u00e4vention und des Umgangs mit Jugendlichen im \u00f6ffentlichen Raum zu erproben. Inzwischen wurde die Jugendpatrouille ohne breite \u00f6ffentliche Kommunikation als fixer Leistungsauftrag im Bereich S\u00fcd der Regionalpolizei Bern etabliert (Stadtteil 3 Mattenhof-Weissenb\u00fchl und Stadtteil 6 B\u00fcmpliz-Oberbottigen). Der \u00dcbergang vom Pilotprojekt zum Leistungsauftrag erfolgte ohne transparente Information an die Bev\u00f6lkerung, ohne parlamentarische Diskussion und ohne Einbindung von Fachstellen. Bei sicherheits- relevanten Projekten mit direktem Einfluss auf junge Menschen ist eine solche lntransparenz nicht akzeptabel. Sie untergr\u00e4bt das Vertrauen in die Beh\u00f6rden und erschwert eine kritische Auseinandersetzung mit der tats\u00e4chlichen Wirkung und Ausgestaltung der Massnahme. Hinzu kommt, dass die Polizistinnen, die im Rahmen der Jugendpatrouille t\u00e4tig sind, nicht spezifisch geschult werden. Der Umgang mit Jugendlichen erfordert besondere Kompetenzen \u2013 etwa in Jugendpsychologie, Deeskalation, interkultureller Kommunikation und diskriminierungsfreiem Verhalten. Ohne verpflichtende Weiterbildung besteht die Gefahr, dass gut gemeinte Pr\u00e4vention in der Praxis zu unangemessenen oder sogar sch\u00e4dlichen Begegnungen f\u00fchrt. Eine gezielte Weiterbildung st\u00e4rkt nicht nur die Handlungssicherheit der Einsatzkr\u00e4fte, sondern f\u00f6rdert auch das Vertrauen und den Respekt gegen\u00fcber ordnungspolitischen Diensten. Zudem fehlt eine niederschwellige, unabh\u00e4ngige und anonyme Beschwerde- und Anlaufstelle f\u00fcr Jugendliche, die negative Erfahrungen mit der Polizei gemacht haben. Gerade junge Menschen haben oft Hemmungen, sich direkt an Beh\u00f6rden zu wenden. Eine solche Stelle w\u00fcrde nicht nur Schutz bieten, sondern auch zur Qualit\u00e4tssicherung und Vertrauensbildung beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"template":"","vorstossthema":[15868,15863,15865,15856,15869],"vorstosstyp":[15931],"vorstossstatus":[],"cpt-canton":[1566],"class_list":["post-179986","vorstoesse","type-vorstoesse","status-publish","hentry","vorstossthema-administration-publique-participation-et-smart-city","vorstossthema-cohesion-sociale-et-egalite","vorstossthema-institutions-et-droits-politiques","vorstossthema-migration-et-integration","vorstossthema-ordre-et-securite-publics","vorstosstyp-motion-fr","cpt-canton-berne"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstoesse\/179986","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstoesse"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/vorstoesse"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstoesse\/179986\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":179991,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstoesse\/179986\/revisions\/179991"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=179986"}],"wp:term":[{"taxonomy":"vorstossthema","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstossthema?post=179986"},{"taxonomy":"vorstosstyp","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstosstyp?post=179986"},{"taxonomy":"vorstossstatus","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/vorstossstatus?post=179986"},{"taxonomy":"cpt-canton","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sp-ps.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/cpt-canton?post=179986"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}