Eine laufende Unterschriftenaktion gegen Altersdiskriminierung in der Schweiz und der aktuelle Bericht von AGE Platform Europe kommen zu derselben Feststellung: Altersdiskriminierung erfordert entschlossene und koordinierte politische und rechtliche Massnahmen.
von Inge Schädler, Mitglied der Geschäftsleitung der SP60+
Dieser Bericht, der gemeinsam mit AGE Platform Europe verfasst wurde und sich an die Europäische Kommission richtet, untersucht die verschiedenen Formen der Altersdiskriminierung und deren Auswirkungen in zentralen Lebensbereichen (Beschäftigung, Gesundheit, Wohnen, Bildung, Digitalisierung und politische Teilhabe). Ebenfalls bewertet wurden die bestehenden nationalen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen, die Rolle der Gleichstellungsakteure und zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie die Wirksamkeit der bestehenden Schutzmassnahmen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Mängel der derzeitigen Massnahmen sowie auf die Formulierung von Empfehlungen gelegt, um eine inklusivere und gerechtere Behandlung der Menschen zu gewährleisten. Die auf einer gemischten Methodik basierende Studie kombinierte Literaturrecherche, Umfragen, Interviews und quantitative Analysen bestehender Datenbanken.
Er hebt hervor, dass altersbedingte Diskriminierung und Altersdiskriminierung strukturelle und hartnäckige Phänomene innerhalb der EU darstellen, von denen Menschen in allen Lebensphasen betroffen sind. Entgegen einer nach wie vor weit verbreiteten Auffassung betrifft sie nicht nur ältere Menschen: Laut dem aktuellen Eurobarometer 2023 gehören junge Erwachsene im Alter von 15 bis 24 Jahren und hochbetagte Menschen ab 75 Jahren zu den am stärksten gefährdeten Gruppen (8,4 % bzw. 10,7 %).
Diskriminierung aufgrund des Alters ist eine Realität, sei es auf dem Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche, bei Versicherungen, im digitalen Raum oder in der Gesundheitsversorgung.
Die Einreichungsfrist für die Petition «Schutz gegen Altersdiskriminierung» ist aufgrund des grossen Anklangs wzum 31. Mai 2026 verlängert. Die Übergabe der Unterschriften findet am 15. Juni 2026 in Bern (Bundesterrasse) statt.