Notaufnahme für 50 Franken
Leserinnenbrief von Suzanne Gilomen, SP60+ Freiburg
Gehören Sie auch zur Sorte «Bagatellfall», der aus lauter Freude am Plausch mit einem Schnitt am Ringfinger sich in die Notfallaufnahme begibt, dort mindestens 3 Stunden wartend sitzt, bis Sie drankommen? Offenbar gibt es davon wahnsinnig viele. Wer käme sonst auf die Idee, dies genau zu wissen und deshalb eine Zutrittsgebühr zu erfinden? Jemand, der sich anmasst zu wissen, wie ein anderer sich in einem solchen Moment fühlt. Eine glänzende Idee wohlhabender bürgerlicher Parlamentarier.
Welch ein Unsinn: Die 50 Franken-Pauschale, die es den Kantonen auch noch freistellt, die Gebühr einzuführen oder nicht – löst doch das Problem der überfüllten Notfallaufnahmen nicht. Vielleicht sollte man wieder darüber nachdenken, wie viele Haus-Ärzte bei uns in der Schweiz ausgebildet werden. Zu wenige!
Die Pauschale trifft die sozial Schwächsten – Menschen mit niedrigem Einkommen, die dann aus Kostengründen auf notwendige medizinische Behandlungen verzichten werden. Diese Lenkungsabgabe ist schlicht nur eine Abschreckung, die dazu führen wird, dass Menschen in Zweifel und aus Kostengründen zu spät kommen – mit gesundheitlichen Risiken und höheren Folgekosten. Kann ja nicht der Sinn der Übung sein.
Mehr darüber in der Medienmitteilung der SP Schweiz vom 18. März 2026