Bundesrat darf dem Sterben der Alten nicht tatenlos zusehen

Medienmitteilung der SP60+ vom 9. Dezember 2020

Ältere Menschen sind in der Schweiz gesundheitlich am stärksten vom Corona-Virus betroffen. Nahezu alle Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus betreffen Menschen über 60 Jahre. Allein 70 Prozent der Verstorbenen sind Personen, die 80 Jahre und älter waren. Die SP60+ appelliert deshalb an den Bundesrat, das Sterben der Alten nicht weiter tatenlos hinzunehmen. Er muss das Heft in die Hand nehmen und endlich landesweite griffige Schutzmassnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus ergreifen.

«Die Alten in unserer Gesellschaft werden auf dem Altar des Wirtschaftsliberalismus geopfert», sagt Christine Goll, Co-Präsidentin der SP60+. «Wirtschaftliche Interessen dürfen aber nicht höher gewertet werden als Menschenleben. Es ist zynisch, wenn die Politik den Tod insbesondere deshalb in Kauf nimmt, weil es sich vor allem um ältere Menschen handelt.»

Die SP60+ fordert den Bundesrat auf, dem föderalistischen Zögern einen Riegel zu schieben. «Die aktuell rekordhohen Corona-Erkrankungen und Todesfälle sind das Ergebnis der viel zu raschen Lockerungen aufgrund des verantwortungslosen Drucks der bürgerlichen Parteien», sagt Christine Goll. «Den Bürgerlichen liegen die Profite der Wirtschaft näher am Herzen als die Gesundheit der Bevölkerung und der Schutz der älteren Generationen.»

Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung – auch jener der Pensionierten – hat in der aktuellen Corona-Krise oberste Priorität.  «Das Leben älterer Menschen und ihre Würde stehen vor den Interessen einer gewinnorientierten Wirtschaft», sagt Carlo Lepori, Co-Präsident der SP60+. «Der Bundesrat muss deshalb den Mut für viel strengere Massnahmen aufbringen.»

Daneben braucht es zwingend genügend personelle Ressourcen im Pflege- und Betreuungsbereich sowie bessere Arbeits- und Lohnbedingungen für das Personal. «Der Zugang zu einer qualitativ hochstehenden Gesundheitsversorgung darf nicht von Altersgrenzen abhängig gemacht werden», sagt Carlo Lepori. «Wirtschaftshilfe, finanzielle Unterstützung für Arbeitnehmende und KMU sowie Gesundheitsschutz und Respekt vor dem Alter sind vereinbar.»

 

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