Förderung von Carbon Capture and Storage CCS

M O T I O N

von Florian Heer (Grüne, Winterthur), Markus Bärtschiger (SP, Schlieren),

Daniel Sommer (EVP, Affoltern a.A.), Manuel Sahli (AL, Winterthur),

Sonja Gehrig (GLP, Urdorf)

betreffend Förderung von Carbon Capture and Storage CCS

Der Regierungsrat wird beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen für eine kontinuierliche Fi-

nanzierung von Carbon Capture and Storage CCS im Kanton Zürich zu schaffen. Dies kann

insbesondere durch Anschubfinanzierung oder Förderung geschehen.

Begründung:

Die Zielsetzung des Pariser Abkommens, die globale Erderwärmung auf unter 1,5°C zu be-

grenzen, ist gemäss dem 6. Sachstandsbericht des IPCC (IPCC, 2022) ohne die Implemen-

tierung von CCS nahezu ausgeschlossen.

Gemäss dem Zürcher Massnahmenplan für den Klimaschutz besteht aus heutiger Sicht auf

nationaler und kantonaler Ebene das grösste Potenzial von CCS im Rahmen der thermi-

schen Abfallverwertung, wobei der massgebliche Anteil auf KVA bzw. Holzheizkraftwerke

entfällt. Weitere nennenswerte Potenziale liegen in der verstärkten Nutzung von Holz als

Bau- und Werkstoff, in der Einbringung von Pflanzenkohle in Böden. Die Unsicherheiten, ge-

rade im Bereich der Finanzierung, sind je nach Ansatz aber noch immer sehr gross. Ein

Grund dafür ist, dass der CO₂-Preis noch nicht ausreichend Lenkungswirkung entfaltet.

Beispiele von Zürcher Firmen, die innovative CCS-Lösungen entwickeln und etablieren, sind

aufgrund dessen anfänglich nur bedingt marktfähig. In der Schweiz fliesst öffentliches Geld

in die Forschung und Entwicklung (748 Mio.) von CCS-Technologien. Für Pilot- und De-

monstrationsprojekte unter realen Bedingungen (23 Mio.), die Markteinführung (42 Mio.), das

Scale-up und die Akquise der ersten Kunden (33 Mio.) gibt es nur wenige Unterstützungsme-

chanismen und fast keine öffentlichen Mittel. Somit werden Schweizer und Zürcher Lösun-

gen im Keim erstickt und wir verlieren den Anschluss an diese Zukunfts- und Schlüsseltech-

nologien. Je früher wir diese noch konkreter fördern, desto eher werden sie als wirksames

Instrument gegen die Klimaerwärmung zur Verfügung stehen. Die effektive Nutzung und

Weiterentwicklung der CCS-Technologien erfordert somit eine vorausschauende und konti-

nuierliche Finanzierung.

Die Mit-Lancierung eines nationalen CO₂-Transportnetzes mit anschliessender Speicherung

muss rasch geschehen. Der Kanton Zürich ist u. a. aufgrund seiner fünf KVA prädestiniert,

diese mit aufzubauen. Dies sollte möglichst in Koordination mit den angrenzenden Kantonen

und den nationalen Bestrebungen erfolgen. Durch die Bereitstellung finanzieller Mittel für

CCS-Technologien kann der Kanton einen Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten, die re-

gionale Wirtschaft fördern, neue Arbeitsplätze schaffen und die Innovationskraft stärken.

Florian Heer

Markus Bärtschiger

Daniel Sommer

Manuel Sahli

Sonja Gehrig

Erstunterzeicher:in

Klima- und Fortschrittsallianz des Kantonsrates Zürich (Markus Bärtschiger)

Ersteinreichung

3. November 2025

Einreichungskanton

Zürich

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