Situation der Care Leaver:innen im Kanton Zürich

Junge Menschen, die einen Teil ihrer Kindheit oder Jugend in einer ausserfamiliären Platzierung (Heim, Wohngruppe oder Pflegefamilie) verbracht haben und beim Übergang ins Erwachsenenleben die Kinder- und Jugendhilfe verlassen, werden häufig als Care Leaver:innen bezeichnet. Aktuelle Medienberichte zeigen exemplarisch, dass Care Leaver:innen trotz Begabung und hoher Motivation im Bildungssystem und beim Zugang zu Ausbildung und Studium strukturell benachteiligt sein können – etwa durch fehlende systematische Bildungsplanung, frühe Anforderungen an finanzielle Selbstständigkeit sowie Hürden bei Stipendien und beim Aufbau eines finanziellen Polsters.

Der Kanton Zürich verfügt mit dem Kinder- und Jugendheimgesetz (KJG) und der Kinder- und Jugendheimverordnung (KJV) über eine Rechtsgrundlage, die ergänzende Hilfen zur Erziehung unter bestimmten Bedingungen auch über die Volljährigkeit hinaus ermöglicht – bis längstens zum vollendeten 25. Altersjahr. Vor diesem Hintergrund stellen sich Fragen, wie konsequent diese Möglichkeiten in der Praxis genutzt werden, wie der Übergang aus der Platzierung gestaltet wird und welche konkreten Bildungschancen Care Leaver:innen im Kanton Zürich tatsächlich haben.

Aus diesem Grund bitten wir den Regierungsrat, folgende Fragen zu beantworten:

1. Welche Daten erhebt der Regierungsrat bzw. die zuständigen Stellen im Kanton Zürich zu ausserfamiliären Platzierungen und Care Leaver:innen (z.B. Anzahl Platzierungen, Anzahl Übergänge in die Volljährigkeit pro Jahr, Bildungsabschlüsse Sek II/Tertiär, Ausbildungsabbrüche)? Falls keine systematischen Daten vorliegen: Welche Schritte sind geplant, um die Bildungslage von Care Leaver:innen künftig regelmässig zu erfassen und zu berichten?
2. Wie häufig werden im Kanton Zürich ergänzende Hilfen zur Erziehung über das 18. Altersjahr hinaus weitergeführt (bis max. 25), und nach welchen Kriterien/Verfahren wird dies entschieden? Wie stellt der Regierungsrat sicher, dass Care Leaver:innen und ihre Bezugspersonen diese Möglichkeiten kennen und dass der Entscheid nicht primär defizit-orientiert erfolgt?
3. Welche verbindlichen Standards, Instrumente oder Qualitätsvorgaben bestehen im Kanton Zürich für eine strukturierte, weiterführende Bildungsplanung in Heimen/Pflegefamilien (inkl. Gymnasium/FMS/BMS/Passerellen/Studium), und wie werden Fachpersonen (z.B. in Heimen, Pflegekinderwesen, Berufsberatung) dafür sensibilisiert, Bildungsambitionen von Care Leaver:innen aktiv zu fördern?
4. Welche kantonalen Regelungen und Praxen gelten im Kanton Zürich bezüglich finanzieller Beiträge/Anrechnungen von Erwerbseinkommen (z.B. Lehrlingslohn, Nebenjobs) im Kontext von Heim- oder Pflegeplatzierungen, und welche Auswirkungen hat dies auf die Möglichkeit, Rücklagen (Kaution/Möbel/Notgroschen) zu bilden? Plant der Regierungsrat Anpassungen, um zu verhindern, dass Care Leaver:innen mit Schulden oder ohne finanzielle Minimalreserven ins Erwachsenenleben starten?
5. Welche spezifischen Massnahmen bestehen im Kanton Zürich, damit Care Leaver:innen Stipendien/Unterstützungsleistungen tatsächlich und rechtzeitig erhalten – insbesondere in Konstellationen, in denen Unterlagen der Eltern fehlen oder die Zusammenarbeit mit den Eltern nicht möglich ist? Welche Beratungs- und Begleitangebote werden hierfür aktiv eingesetzt oder ausgebaut?

Erstunterzeicher:in

Lejla Salihu, Michèle Dünki-Bättig, Sibylle Marti

Ersteinreichung

12. Januar 2026

Einreichungskanton

Zürich

Einreichegemeinde

Animation laden...Animation laden...Animation laden...

Newsfeed

Secret Link

Newsletter abonnieren

Du hast Fragen zur Mitgliedschaft oder dem Mitgliedschaftsformular? Wir helfen gerne.

Häufige Fragen

Am einfachsten, indem Du online das Beitrittsformular nebenan ausfüllst.

Du kannst selbst entscheiden, welches Engagement für Dich am besten passt.

  • Wenn Du wenig Zeit hast, ist es absolut in Ordnung, wenn Dein Engagement sich vor allem darauf beschränkt, Deinen Mitgliederbeitrag zu bezahlen. Auch das hilft uns sehr, um die Schweiz und die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
  • Die Sektion, bei welcher Du Mitglied bist, wird Dich eventuell hin und wieder anfragen, ob Du Zeit hättest, bei einer Standaktion, einer Unterschriftensammlung oder einer Telefonaktion mitzumachen. Falls Dir das zusagt, sind wir sehr froh darüber – aber es ist natürlich völlig freiwillig.
  • Die meisten Sektionen führen regelmässig Mitgliederversammlungen durch, um die aktuellsten politischen Themen und Aktivitäten zu besprechen. Die Teilnahme daran ist natürlich ebenfalls völlig freiwillig. Aber es kann ein guter Ort sein, um neue Leute kennenzulernen.
  • Falls Dich ein Themengebiet besonders bewegt, kannst Du Dich in einer Themenkommission der SP Schweiz oder Deiner Kantonalpartei engagieren, oder in einer der Unterorganisationen wie den SP Frauen, den SP Migrant:innen, der SP 60+ oder der SP queer.
  • Häufig gibt es auch die Möglichkeit, ein partei-internes Amt, z.B. im Vorstand Deiner Sektion zu übernehmen.
  • Falls Du das möchtest, kannst Du mit Deiner Sektion auch Kontakt aufnehmen, um über eine Kandidatur für eine öffentliches Amt zu sprechen, z.B. in der Schulpflege Deines Wohnortes.

Um unsere Werte verteidigen zu können, braucht es finanzielle Mittel. Die SP ist eine Mitgliederpartei und schöpft ihre Stärke aus dem Engagement ihrer Mitglieder.
Die Mitgliederbeiträge werden von den Kantonalparteien und den Sektionen unterschiedlich festgelegt und sind abhängig von Deinem steuerbaren Einkommen. Wir folgen unseren eigenen politischen Forderungen: Wer wenig verdient, bezahlt wenig, und wer viel verdient, beteiligt sich mehr an den Kosten von Partei und Politik.
In der Regel fallen jährlich je nach Einkommen Kosten zwischen circa 80 und einigen Hundert Franken an. Die Mitgliederbeiträge werden jährlich erhoben.

In einigen Kantonen wird zusätzlich ein Solidaritätsbeitrag erhoben.

Für mehr Informationen kannst Du Dich an die SP an Deinem Wohnort oder in Deinem Kanton wenden.

Ja, selbstverständlich! Du kannst der SP beitreten, ohne den Schweizer Pass zu haben. Denn alle Menschen, die in der Schweiz leben, sollen in der Politik mitdiskutieren können.

Du hast verschiedene Möglichkeiten, Dich einzubringen. Wenn Du an Deinem Wohnort aktiv werden möchtest, wendest Du Dich am besten an die Sektion Deiner Gemeinde oder Deines Quartiers. Diese ist auch die richtige Anlaufstelle für den Einsatz in einem öffentlichen Amt (Gemeinderat, Schulpflege, Sozialbehörde…).
Du kannst Dein Wissen und Können auch innerhalb der Partei einbringen. Die SP sucht immer Leute, die sich in der Parteiorganisation engagieren (Gemeinde, Bezirk, Kanton, Themenkommissionen).

Melde Dein Interesse bei den Verantwortlichen Deiner Ortssektion an. Die Sektion nominiert SP-Kandidierende für öffentliche Ämter, sei dies für den Gemeinderat oder die lokalen Schul-, Sozial- oder Finanzbehörden. Die Ortssektion bildet oft auch für Ämter auf übergeordneter Ebene (Kantons- oder Grossrat) den Ausgangspunkt des parteiinternen Nominationsprozesses.

Abgesehen von der Zahlung des jährlichen Mitgliederbeitrags gehst Du keine Verpflichtungen ein. Voraussetzung für den Beitritt ist eine inhaltliche Nähe. Dies bedingt jedoch nicht, dass Du in allen Fragen mit der SP gleicher Meinung sein musst.

Die Statuten der SP Schweiz verbieten die gleichzeitige Mitgliedschaft in mehreren Schweizer Parteien.
Doppelbürger:innen können Mitglied der SP Schweiz und Mitglied einer ausländischen Schwesterpartei sein, beispielsweise der deutschen SPD oder des italienischen Partito Democratico. Die Mitgliedschaft bei der SP Schweiz ist für Angehörige von Schwesterparteien gratis, sofern sie belegen können, dass sie in ihrem Heimatland Mitgliederbeiträge an eine Sozialdemokratische Partei entrichten.

Ja. Auch im Ausland kannst du dich als Mitglied der SP Schweiz in die Politik einbringen. Wenn Du Deinen Wohnsitz im Ausland hast, wirst du automatisch Mitglied der SP International.

Für JUSO-Mitglieder besteht bis zum Alter von 26 Jahren die Möglichkeit einer kostenlosen SP-Mitgliedschaft. Ein entsprechender Antrag kann per Mail an [email protected] gestellt werden.

Das bietet Dir die SP

Was Du von der SP erwarten darfst.

Du bist nah dran an der Politik: Wir schicken Dir unsere Aufrufe, Newsletter sowie sechs Mal jährlich unser Mitgliedermagazin “links”. Du kannst Dich mit Gleichgesinnten vernetzen.

Du kannst von andern lernen und Dich mit Deinem Wissen und Können auf verschiedenen Ebenen in der Partei einbringen.
Gemeinsam schaffen wir eine bessere Zukunft!

Keine Demokratie ohne Bildung. Wir bieten Dir Webinare und Seminare zu Hintergrundwissen und aktuellen politischen Themen.