Schriftliche Anfrage rassismuskritische Schulen Ebikon

Im Jahr 2024 dokumentierte das nationale Beratungsnetz für Rassismusopfer insgesamt 1’211 Fälle rassistischer Diskriminierung. Das ist fast 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Die steigende Zahl gemeldeter Fälle zeigt, dass Rassismus vermehrt erkannt und gemeldet wird, wobei dies nicht zwingend bedeutet, dass er häufiger als früher vorkommt. Ein Grossteil dieser Vorfälle ereignete sich auch im Bildungsbereich. Diese Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit, rassismuskritische Bildung und diskriminierungssensible Kompetenzen nicht nur als pädagogisches Ideal, sondern als konkrete Notwendigkeit in der schulischen Praxis zu verankern, denn nur so kann Rassismus in der Gesellschaft nachhaltig bekämpft werden.
In diesem Sinne stellt die im Jahr 2025 von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektor*innen (EDK) verabschiedete Erklärung zur Prävention und Bekämpfung von Rassismus und Antisemitismus an Schulen ein klares bildungspolitisches Signal dar. Sie fordert eine offene Schulkultur, in der rassistische und antisemitische Vorfälle weder geduldet noch verharmlost, sondern aktiv und unmittelbar bekämpft werden. Lehrpersonen sollen im Rahmen ihrer Aus- und Weiterbildung dafür gezielt sensibilisiert und befähigt werden. Rassismuskritik ist eine Art der Auseinandersetzung mit Rassismus, die sowohl die individuelle Ebene
als auch die gesellschaftliche Dimension umfasst. Rassismuskritik bedeutet, Rassismus nicht nur als individuelles Vorurteil oder böswillige Handlung zu betrachten, sondern als ein verankertes Machtverhältnis in der Gesellschaft. Der Begriff umfasst mehr als nur die Ablehnung von Rassismus. Er zielt darauf ab, diskriminierende Strukturen, Denkmuster und Ungleichheiten zu erkennen, zu hinterfragen und zu verändern. In Zusammenhang mit dieser Thematik stellen sich folgende Fragen:

  • In welchem Umfang wirken die Ebikoner Volksschulen heute schon als rassismuskritische Schulen im oben definierten Sinn?
  • Gibt es rassismuskritisch geschulte Anlaufstellen für Schüler*innen, Eltern und Lehrpersonen?
  • Werden die Lehrpersonen der Ebikoner Volksschulen bewusst rassismuskritisch gebildet?

Erstunterzeicher:in

Rea Schärli

Ersteinreichung

9. März 2026

Einreichungskanton

Luzern

Einreichegemeinde

Ebikon
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