Schutz der Kleinkinder vor digitalen Medien

Digitale Medien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Eltern brauchen sie zur Organisation ihres Alltages. Kinder in einem guten Umfeld können von digitalen Medien profitieren. Im Erziehungskontext kann durch den eigenen Konsum oder den der Kinder eine kurzfristige Entlastung im Alltag erfahren werden.
Kleinkinder werden betreffend der Nutzung digitaler Medien durch zwei Faktoren in ihrer gesunden Entwicklung beeinträchtigt. Erstens, wenn Babys und Kleinkinder oft auf digitale Geräte schauen. Zweitens, wenn Eltern einen problematischen Umgang mit digitalen Medien haben. In gewissen (belasteten) Familien reagieren Eltern auf auffällige Kinder mit noch mehr Medienkonsum. Je mehr Zeit Babys und Kleinkinder am Bildschirm verbringen, desto grösser ist die Gefahr für negative (Gehirn-)Entwicklungen der Kleinkinder, z.B.: Fütter- und Einschlaf- Defizite in der Hirnentwicklung, Konzentrationsstörungen, Lese-/Rechtschreibe-Schwäche, Empathiemangel, Verhaltensauffälligkeiten, tiefe Frustrationstoleranz, Hyperaktivität, fehlende Impulskontrolle, Aggressivität, Adipositas. Verhaltensauffälligkeiten, Aggressivität, Adipositas.

Säuglinge brauchen für eine gesunde Entwicklung die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Eltern und deren Blickkontakt, um u.a. das Urvertrauen aufzubauen. Kann ein Kind keinen Kontakt zur Mutter zum Vater herstellen (weil sie/er das Kind wegen des Handys dauernd ignoriert oder einen teilnahmslosen Blick hat), dann resigniert es, was eine mangelhafte Bindung zu seinen Eltern zur Folge hat. Eine gute Bindung ist jedoch die Grundlage für eine gesunde sozio-emotionale Entwicklung.
Eltern sind wichtige Vorbilder. Der Umgang mit digitalen Medien ist das Thema Nummer eins im erziehungsberatenden Kontext. Eltern brauchen Begleitung, Unterstützung und Beratung, um einen für das Kind angemessen Umgang mit den digitalen Medien zu erlernen und zu pflegen. Gemäss diverser nationaler und internationaler Gesetzgebungen sind wir verpflichtet, den Kindern eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen (Bundesverfassung Art. 11.1, Art. 67.1, UN-Kinderrechtskonvention, (Präambel, Art. 19.1: Art.31.1).
Wir müssen die gesundheitlichen Risiken der – für unsere Gesellschaft noch verhältnismässig neuen – digitalen Medien ernst nehmen.
In diesem Zusammenhang bitten wir den Regierungsrat um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Wie schätzt der Regierungsrat die Auswirkungen der Mediennutzung (durch die Eltern und die Kleinkinder selbst) für Kleinkinder ein? Welche Auswirkungen kann die Medien- nutzung auf die Kinder haben? Erkennt der Regierungsrat Auswirkungen auf die Krippen und Schule? Auf welche Datengrundlage und Erfahrungen stützt sich der Regierungsrat ab?
  2. Welche Massnahmen zur Sensibilisierung der Eltern und Fachpersonen, die mit Kleinkin- dern arbeiten, setzt der Regierungsrat bisher ein? Was für Weiterbildungsangebote gibt es? Falls es solche gibt: Wie viele Personen nehmen teil? Wie ist die Auslastung der Kurse? Wie werden die Zielgruppen angeschrieben und erreicht?
  3. Was würde es brauchen, um eine gut sichtbare Präventionskampagne für Eltern und Fachpersonen, die mit Kleinkindern arbeiten, zu lancieren? Welche Direktion wäre zustän- dig?
    Viele Eltern sind sich wahrscheinlich der grossen
    Problematik der häufigen Nutzung von digitalen Medien durch sie selbst wie auch durch ihre
    Kinder nicht bewusst.
  4. Wie können flächendeckende Weiterbildungsangebote für Eltern und Fachpersonen, die mit Kleinkindern arbeiten, aufgebaut sein? Wie können die Zielgruppen erreicht werden?
  5. Werden standardisierte Fragebögen eingesetzt um das Thema bei den verpflichtenden ärztlichen Kinderuntersuchungen abzufragen? Falls ja: Was ist das bisherige Fazit? Falls nein: Wie könnte ein solcher aussehen und eingesetzt werden?

Erstunterzeicher:in

Patricia Bernet

Ersteinreichung

28. August 2023

Einreichungskanton

Zürich

Einreichegemeinde

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