Von Pia Wildberger
Was hat dich zur SP gebracht?
Ich bin grundsätzlich schon immer an politischen und gesellschaftlichen Themen interessiert gewesen. Besonders in den letzten Jahren habe ich gemerkt, dass ich nicht nur abstimmen, sondern mich aktiver einbringen möchte. Ich arbeite im Sozialwesen und habe das Gefühl, dass die SP am besten zu meinen Werten passt – etwa bei Gleichberechtigung, Familienfreundlichkeit oder dem Ausbau des Sozialstaats.
Gab es einen speziellen Auslöser?
Es war eher eine Ansammlung von Ereignissen. Zum Beispiel die Abstimmungen zur «Ehe für alle» oder zum Eigenmietwert. Auch die 10-Millionen-Initiative regt mich auf: Dass so etwas überhaupt zur Abstimmung kommt, finde ich absurd. Ausserdem habe ich enge Freunde in den USA, dank denen ich immer wieder mitbekomme, wie wichtig politische Teilhabe ist.
Kannst du dir vorstellen, dich in der Partei oder für ein Amt zu engagieren?
Mit zwei kleinen Kindern ist das natürlich eine Herausforderung, aber ich schliesse nicht aus, irgendwann eine Funktion zu übernehmen. Ich bin jemand, der sich einbringt und nicht einfach nur zuschaut.
Welche Erwartungen hast du an die Partei?
Ich erwarte, dass die SP weiterhin stark für soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Familienfreundlichkeit eintritt. Es geht darum, Themen wie den Ausbau des Sozialstaats, faire Gesundheitsversorgung oder Kinderbetreuung sichtbar zu machen und voranzutreiben. Basel-Stadt ist zwar in vielen Bereichen fortschrittlich, aber es gibt noch Luft nach oben. Ich würde auch einen Schwerpunkt beim Thema psychische Gesundheit setzen. Als Schulpsychologin erlebe ich täglich, wie wichtig frühzeitige Interventionen und mehr Therapieplätze sind. Hier braucht es mehr Ressourcen und weniger Bürokratie. Ich finde es auch wichtig, wie Mattea Meyer ihre Erkrankung medial zum Thema gemacht hat.
Was machst du in deiner Freizeit?
Ich bin seit Jahren im Volleyballverein aktiv – früher intensiver, heute eher als sozialer Ausgleich. Ansonsten bin ich gerne mit meiner Familie in den Bergen unterwegs – wandern, skifahren oder schlitteln. Wir reisen auch sehr gerne. Mit zwei kleinen Kindern bleibt aber ohnehin wenig Zeit – wir versuchen, alles unter einen Hut zu bekommen.
Zur Person
Nicole Schaub, 33, arbeitet als Schulpsychologin in Basel und wohnt mit ihrem Partner und ihren zwei kleinen Jungs in Riehen.