Die SP Schweiz trauert um ihre ehemalige Fraktionschefin Hildegard Fässler. Die St. Galler Politikerin vertrat die SP von 1997 bis 2013 im Nationalrat und präsidierte die SP-Fraktion von 2002 bis 2006. Hildegard Fässler ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 74 Jahren verstorben. Die SP Schweiz spricht den Angehörigen ihr tiefes Beileid aus.
Hildegard Fässler zog 1997 in den Nationalrat ein und etablierte sich rasch als wichtige Stimme und politisches Schwergewicht in Bern. Von Anfang bis Ende ihres Mandats gehörte sie der einflussreichen Wirtschaftskommission (WAK-N) an, die sie 2008 und 2009 präsidierte. Die Wertschätzung ihrer Fraktion zeigte sich früh: 1999 wurde sie zur Vize-Fraktionspräsidentin gewählt, 2002 zur Fraktionspräsidentin.
Die Rolle der Schweiz als Finanzplatz und Rohstoffdrehscheibe war Hildegard Fässler ein zentrales Anliegen. Den Fall des Bankgeheimnisses bezeichnete sie bei ihrem Rücktritt 2013 als ihren grössten politischen Erfolg. Während Jahren prägte sie zudem die Landwirtschaftspolitik der SP. Und als Präsidentin des Hausvereins Schweiz (heute Casafair) setzte sie ein wichtiges Gegengewicht zur bürgerlichen Immobilienlobby im Bundeshaus.
Ein besonderes Herzensprojekt war für Hildegard Fässler der Prix Wasserfrau: Den internationalen Frauenförderpreis rief sie 2002 unter dem Dach der Sozialistischen Bodenseeinternationalen (SBI) ins Leben und präsidierte ihn als Gründungspräsidentin. Der Preiszeichnete Frauen und Organisationen aus, die in der Bodenseeregion über die Landesgrenzen hinaus wichtige Beiträge zur Förderung von Frauen und Mädchen leisteten.
Hildegard Fässler wird als enorm kompetente und gewissenhafte – und zugleich gesellige – Politikerin in Erinnerung bleiben. Ihren Tatendrang am linken Flügel lebte sie auch im FC Nationalrat aus, dem sie jahrelang angehörte. Nach ihrem Rücktritt aus dem Parlament 2013 lebte sie im St. Galler Rheintal, wo sie am 17. Juni 2026 verstarb – nur wenige Tage vor ihrem 75. Geburtstag.





