Fünf Fragen an Neumitglied Martina Maurer

Martina Maurer, 46, studiert Soziale Arbeit und ist im Massnahmevollzug für Jugendliche und junge Erwachsene tätig. Sie kandidiert für den Gemeinderat von Wädenswil.

1. Warum bist du der SP beigetreten?

Früher dachte ich, ich hätte keine Zeit für Politik. Doch dann merkte ich, dass ich mich ohnehin ständig mit politischen Themen befasse – sei es im Studium, bei der Arbeit oder in Diskussionen über soziale Gerechtigkeit. Die SP kämpft für diejenigen Werte, die mir wichtig sind: Gleichberechtigung, Abbau struktureller Ungleichheit, eine inklusive Demokratie, bezahlbare Mieten und Klimaschutz.

2. Was studierst du?

Ich studiere an der HSLU im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit und arbeite berufsbegleitend in einem Massnahmezentrum für Jugendliche und junge Erwachsene. Gleichzeitig hat mich das Studium auch in die Politik gebracht. Es heisst immer, in der Schweiz sei Bildung so einfach zugänglich. Doch das stimmt nicht. Ich könnte nicht studieren, wenn ich nicht ungebunden wäre und dank früherer Berufstätigkeit Geld gespart hätte. Stipendien oder sonstige Unterstützung gibt es nur für Erstausbildungen. Es ist heute üblich, dass auch über 30-Jährige studieren, und das soll auch ermöglicht werden. Bildung darf kein Privileg sein!

3. Bevor du das Studium aufgenommen hast, warst du Hundetrainerin mit eigener Firma, erfolgreiche Art Directorin und zuvor jahrelang im Snowboard-Weltcup unterwegs. Was treibt dich an?

Es ist meine Leidenschaft. Generell bin ich ein sehr neugieriger und offener Mensch. Das Studium inspiriert mich ungemein. In meiner Tätigkeit begleite ich delinquente Jugendliche und junge erwachsene Männer dabei, ein deliktfreies Leben aufzubauen. Das ist anspruchsvoll und unglaublich facettenreich. Ich sehe nicht nur die schwierigen Seiten, sondern auch das Potenzial in jedem Menschen. Diese Haltung begleitet mich schon lange. Da dies intensiv ist, brauche ich in meiner Freizeit viel Ruhe in der Natur, Sport und natürlich meine Tiere.

4. Was erwartest du von der SP?

Die SP muss die Anwältin für Gleichberechtigung bleiben. So plädiere ich für höhere Löhne in frauenstarken Branchen oder für die Einführung einer modernen Elternzeit. Die strukturelle Benachteiligung und die Chancenungleichheit sind in der Gesellschaft tief verankert. Das gilt es anzugehen.

5. Engagierst du dich in Wädenswil?

Ich kandidiere aktuell für den Gemeinderat. Die Wahlen sind am 12. April. Was mich auch sehr motiviert: Die Leute in der Sektion. Obwohl ich noch nicht lange Mitglied bin, erhalte ich viel Unterstützung für meine Kandidatur und meine Ideen. Ich wurde mit offenen Armen aufgenommen. Das hat mir einmal mehr bestätigt, dass ich bei der SP am richtigen Ort bin.

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  • Wenn Du wenig Zeit hast, ist es absolut in Ordnung, wenn Dein Engagement sich vor allem darauf beschränkt, Deinen Mitgliederbeitrag zu bezahlen. Auch das hilft uns sehr, um die Schweiz und die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
  • Die Sektion, bei welcher Du Mitglied bist, wird Dich eventuell hin und wieder anfragen, ob Du Zeit hättest, bei einer Standaktion, einer Unterschriftensammlung oder einer Telefonaktion mitzumachen. Falls Dir das zusagt, sind wir sehr froh darüber – aber es ist natürlich völlig freiwillig.
  • Die meisten Sektionen führen regelmässig Mitgliederversammlungen durch, um die aktuellsten politischen Themen und Aktivitäten zu besprechen. Die Teilnahme daran ist natürlich ebenfalls völlig freiwillig. Aber es kann ein guter Ort sein, um neue Leute kennenzulernen.
  • Falls Dich ein Themengebiet besonders bewegt, kannst Du Dich in einer Themenkommission der SP Schweiz oder Deiner Kantonalpartei engagieren, oder in einer der Unterorganisationen wie den SP Frauen, den SP Migrant:innen, der SP 60+ oder der SP queer.
  • Häufig gibt es auch die Möglichkeit, ein partei-internes Amt, z.B. im Vorstand Deiner Sektion zu übernehmen.
  • Falls Du das möchtest, kannst Du mit Deiner Sektion auch Kontakt aufnehmen, um über eine Kandidatur für eine öffentliches Amt zu sprechen, z.B. in der Schulpflege Deines Wohnortes.

Um unsere Werte verteidigen zu können, braucht es finanzielle Mittel. Die SP ist eine Mitgliederpartei und schöpft ihre Stärke aus dem Engagement ihrer Mitglieder.
Die Mitgliederbeiträge werden von den Kantonalparteien und den Sektionen unterschiedlich festgelegt und sind abhängig von Deinem steuerbaren Einkommen. Wir folgen unseren eigenen politischen Forderungen: Wer wenig verdient, bezahlt wenig, und wer viel verdient, beteiligt sich mehr an den Kosten von Partei und Politik.
In der Regel fallen jährlich je nach Einkommen Kosten zwischen circa 80 und einigen Hundert Franken an. Die Mitgliederbeiträge werden jährlich erhoben.

In einigen Kantonen wird zusätzlich ein Solidaritätsbeitrag erhoben.

Für mehr Informationen kannst Du Dich an die SP an Deinem Wohnort oder in Deinem Kanton wenden.

Ja, selbstverständlich! Du kannst der SP beitreten, ohne den Schweizer Pass zu haben. Denn alle Menschen, die in der Schweiz leben, sollen in der Politik mitdiskutieren können.

Du hast verschiedene Möglichkeiten, Dich einzubringen. Wenn Du an Deinem Wohnort aktiv werden möchtest, wendest Du Dich am besten an die Sektion Deiner Gemeinde oder Deines Quartiers. Diese ist auch die richtige Anlaufstelle für den Einsatz in einem öffentlichen Amt (Gemeinderat, Schulpflege, Sozialbehörde…).
Du kannst Dein Wissen und Können auch innerhalb der Partei einbringen. Die SP sucht immer Leute, die sich in der Parteiorganisation engagieren (Gemeinde, Bezirk, Kanton, Themenkommissionen).

Melde Dein Interesse bei den Verantwortlichen Deiner Ortssektion an. Die Sektion nominiert SP-Kandidierende für öffentliche Ämter, sei dies für den Gemeinderat oder die lokalen Schul-, Sozial- oder Finanzbehörden. Die Ortssektion bildet oft auch für Ämter auf übergeordneter Ebene (Kantons- oder Grossrat) den Ausgangspunkt des parteiinternen Nominationsprozesses.

Abgesehen von der Zahlung des jährlichen Mitgliederbeitrags gehst Du keine Verpflichtungen ein. Voraussetzung für den Beitritt ist eine inhaltliche Nähe. Dies bedingt jedoch nicht, dass Du in allen Fragen mit der SP gleicher Meinung sein musst.

Die Statuten der SP Schweiz verbieten die gleichzeitige Mitgliedschaft in mehreren Schweizer Parteien.
Doppelbürger:innen können Mitglied der SP Schweiz und Mitglied einer ausländischen Schwesterpartei sein, beispielsweise der deutschen SPD oder des italienischen Partito Democratico. Die Mitgliedschaft bei der SP Schweiz ist für Angehörige von Schwesterparteien gratis, sofern sie belegen können, dass sie in ihrem Heimatland Mitgliederbeiträge an eine Sozialdemokratische Partei entrichten.

Ja. Auch im Ausland kannst du dich als Mitglied der SP Schweiz in die Politik einbringen. Wenn Du Deinen Wohnsitz im Ausland hast, wirst du automatisch Mitglied der SP International.

Für JUSO-Mitglieder besteht bis zum Alter von 26 Jahren die Möglichkeit einer kostenlosen SP-Mitgliedschaft. Ein entsprechender Antrag kann per Mail an [email protected] gestellt werden.

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