Krankenkassen gaukeln Prämienstabilität vor

Gemäss ersten Prognosen werden die Krankenkassen 2014 um über 2 Prozent teurer. Das klingt moderat, ist angesichts der real herrschenden Negativteuerung aber für viele Haushalte eine erhebliche Mehrbelastung. Vor allem jedoch spiegelt der Prämienanstieg nicht das reale Kostenwachstum bei den Krankenkassen wider. Die diesjährige Prämienerhöhung wird aus politischen Gründen künstlich tief gehalten, um dem Stimmvolk mit Blick auf die Abstimmung zur öffentlichen Krankenkasse Stabilität vorzugaukeln.

Selbst der Vergleichsdienst comparis.ch muss eingestehen, dass der Prämienanstieg eigentlich höher ausfallen müsste, wenn die Kassen nicht ihre Reserven anzapfen würden. Angesichts der deutlich gestiegenen Gesundheitskosten – gemäss comparis.ch 9 Prozent mehr im ersten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorjahr – werden die Erhöhungen einfach auf die nächsten Jahre abgewälzt. Das Experiment „Marktwirtschaft in der Sozialversicherung“ schafft es also auch nach bald 20 Jahren entgegen aller Versprechungen nicht, das Kostenwachstum zu begrenzen. Im Gegenteil: Die Einführung der pseudo-marktwirtschaftlichen Fallpauschalen hat im letzten Jahr einen erneuten Kostenschub bewirkt.

Eine öffentliche Krankenkasse, die im Interesse aller Versicherten und nicht ihres Profits handelt, korrigiert die heute bestehenden falschen Anreize. Anstatt Risikoselektion zu betreiben, willkürliche Entscheide in der Kostenübernahme zu fällen und chronisch kranke Patienten an eine andere Kasse abzuschieben, setzt sich die öffentliche Krankenkasse für echte Qualität- und Effizienzverbesserungen ein, investiert in Gesundheitsförderung und Prävention, schafft Rechtsgleichheit und baut unnötige Bürokratie ab. Somit sinken die Kosten, während die Qualität – das wichtigste Gut im Gesundheitswesen – steigt. 

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