Warum bist du der SP beigetreten?
Ich war schon immer sehr politisch. In der Jugend war ich in der Punkszene – sehr links und immer an Demos anzutreffen. Heute bin ich Mami eines 5-jährigen Sohnes und voll berufstätig. Für Demos fehlt mir meist die Zeit, aber ich möchte mich trotzdem wieder stärker politisch engagieren.
Gab es einen Auslöser?
Mit dem weltweiten Rechtsrutsch hatte ich das Gefühl, ich müsse jetzt etwas tun. Im Freundeskreis haben wir diskutiert – und eine Freundin hat mit viel Nachdruck betont, die SP sei die grösste soziale Partei, die sich schon immer für soziale Anliegen eingesetzt habe. Das hat sich bestätigt, als Jacqueline Badran am Willkommens-Anlass erzählte, was die SP seit ihrer Gründung fürs Volk erreicht und auf die Beine gestellt hat. Ich bin hier am richtigen Ort. Als grösste linke Partei hat die SP auch am meisten Einfluss.Welche politischen Schwerpunkte würdest du setzen?
Soziale Gerechtigkeit liegt mir sehr am Herzen – Wohnen, Bildung, das Tierwohl. Was mir ebenfalls sehr wichtig ist: Dass Gruppen nicht so auseinanderdriften wie in den USA, wo man nicht mehr miteinander reden kann. Wir leben hier in Zürich in unserer linksgrünen Bubble. Aber man sollte trotzdem mit anderen Leuten normal reden können und nicht immer betonen, was uns trennt, sondern die Gemeinsamkeiten hervorheben.Welche Erwartungen hast du an die Partei?
Ich habe das Gefühl, dass mich die Mitgliedschaft bereichern wird und ich bei spannenden Dingen mitwirken kann. Ein Amt könnte ich mir vorstellen, je nachdem, wie umfangreich es ist. Ich habe einen Hauptjob, zwei Nebenjobs, mache gerade eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin und treibe viel Sport. Es müsste also etwas Überschaubares sein. Flyern gehe ich schon seit längerem, zum Beispiel für die Konzerninitiative.
5. Was machst du beruflich, was sind deine Hobbys?
Ich bin Tierärztin und arbeite hauptberuflich in der Pharma als Beraterin für Veterinärprodukte. Daneben bin ich Aushilfsärztin in Kleintierpraxen rund um Zürich und Tutorin/Dozentin für Labortiere an der Uni Zürich, mit Fokus auf das Tierwohl. In der Freizeit bin ich gerne in der Stadt unterwegs oder in der Natur. Meine Hauptsportarten sind Yoga und Tuchakrobatik. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie belastbar der Körper ist und wie man auch noch mit 45 durch intensives Training extreme Fortschritte machen kann.
Zur Person
Leila Huston, 45, hat an der ETH in Biologie abgeschlossen, in England doktoriert und im Zweitstudium Tiermedizin studiert. Sie lebt mit Partner und Sohn in Zürich und ist kürzlich der SP beigetreten.