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Abstimmungsparolen vom 14. Juni 2026
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Menschen in der SP
Gestützt auf Art. 119 ff. der Geschäftsordnung des Urner Landrats beantragen der Zweitunterzeichner Toni Brand und meine Wenigkeit den Regierungsrat, einen umfassenden Bericht zur aktuellen Armutssituation im Kanton Uri zu erstellen. Dabei sollen insbesondere die Situation von Working-Poor-Haushalten, Familien, Alleinerziehenden sowie mögliche Formen verdeckter Armut vertieft analysiert werden.
Der Bericht soll insbesondere folgende Punkte umfassen:
3. Untersuchung der Anzahl und Struktur von Working-Poor-Haushalten im Kanton Uri sowie der Ursachen dafür, dass Erwerbsarbeit teilweise nicht mehr ausreicht, um die Existenz nachhaltig zu sichern.
4. Vertiefte Analyse möglicher Formen verdeckter Armut im Kanton Uri sowie der Frage, ob bestehende Unterstützungsangebote aus Scham, Unsicherheit, mangelnder Information oder aufgrund gesellschaftlicher Hemmschwellen nicht beansprucht werden.
5. Untersuchung der Auswirkungen steigender Lebenshaltungskostenauf einkommensschwache Haushalte im Kanton Uri.
6. Prüfung, ob die bestehenden kantonalen Instrumente und Unterstützungsangebote zur Armutsbekämpfung und Unterstützung von Familien ausreichend, zielgerichtet und niederschwellig ausgestaltet sind.
7. Vergleich mit Modellen und Instrumenten anderer Kantone zur Unterstützung von Familien und Working-Poor-Haushalten, insbesondere:
8. Aufzeigen möglicher Handlungsoptionen für den Kanton Uri.
Begründung
Die wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre haben die finanzielle Belastung vieler Haushalte spürbar erhöht. Steigende Mieten, Krankenkassenprämien, Energiepreise, Betreuungskosten und Lebenshaltungskosten führen dazu, dass zunehmend auch Erwerbstätige unter Druck geraten. Armut betrifft längst nicht nur Menschen ohne Arbeit. Besonders Familien, Alleinerziehende und Haushalte mit tiefen Einkommen sind gefährdet.
Auch die diesjährige Projektarbeit der vier Berufsmaturant:innen Chenoa Epp, Li Yara Strehler, Anja Walker und Konrad Truttmann zum Thema «Armut im Kanton Uri» zeigt die gesellschaftliche Relevanz dieser Frage.
Wer arbeitet, soll von seiner Arbeit leben können. Gerade deshalb braucht die Situation von Working-Poor-Haushalten besondere Aufmerksamkeit. Erwerbstätigkeit schützt heute nicht mehr automatisch vor finanzieller Unsicherheit.
Gleichzeitig darf Armut nicht allein an der Sozialhilfequote gemessen werden. Obwohl Uri eine tiefe Sozialhilfequote aufweist, kann verdeckte Armut bestehen. Menschen verzichten aus Scham, Angst vor Stigmatisierung oder wegen der sozialen Nähe in kleineren Gemeinden auf Unterstützung. Diese Armut bleibt oft unsichtbar, zeigt sich aber etwa im Verzicht auf medizinische Leistungen, gesellschaftliche Teilhabe oder notwendige Anschaffungen.
Bislang fehlt im Kanton Uri eine aktuelle und umfassende Auslegeordnung zur Armuts- und Working-Poor-Situation. Ein Bericht soll die Lage analysieren, Entwicklungen sichtbar machen und eine sachliche Grundlage für die politische Diskussion schaffen. Dabei sollen auch Erfahrungen und mögliche Instrumente anderer Kantone geprüft werden.
Eine frühzeitige Armutsbekämpfung ist sozial-, gesellschafts- und wirtschaftspolitisch sinnvoll, da Armut langfristig Folgekosten in Gesundheit, Bildung, sozialer Integration und Sozialhilfe verursachen kann.
Wir danken dem Regierungsrat im Voraus für die Bearbeitung des Geschäfts.
Altdorf, 31. Mai 2026
Erstunterzeichner
Nino Arnold, SP, Altdorf
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Mitunterzeichner
Toni Brand, parteilos, Silenen
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Erstunterzeicher:in
Ersteinreichung
Einreichungskanton
Einreichegemeinde
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