Führung eines Genderwatch-Protokolls über die Debatte im Rat

von Marion Schmid (SP),
Selina Walgis (Grüne)
und 32 Mitunterzeichnenden

Beschlussantrag
Die Unterzeichnenden beantragen dem Gemeinderat über die Debatte im Gemeinderat ein
Genderwatch-Protokoll zu führen, das aufzeigt, wie das Verhältnis der Geschlechter bei den
Wortmeldungen und der Redezeit der Ratsmitglieder ist.
Die erhobenen Daten sollen ausgewertet und öffentlich zugänglich gemacht werden.

Begründung
Wie so oft vor Wahlen wurde auch im Hinblick auf die Stadtrats- und Gemeinderatswahlen 2022
verschiedentlich die Untervertretung der Frauen im Gemeinderat (und Stadtrat) thematisiert. In
der Regel beziehen sich solche Erwägungen auf die Anzahl Sitze, die im Gemeinderat von
Frauen resp. Männern besetzt sind. Aktuell liegt hierbei der Anteil Frauen mit 39 von 125
Mitgliedern bei bescheidenen 31.2%.
Wie die Frauen im Gemeinderat repräsentiert sind, hängt aber nicht nur an der Anzahl der
Sitze, die von Frauen besetzt sind, ab. Relevant für die tatsächliche Repräsentation ist ebenso
das Verhältnis der Wortmeldungen sowie die effektive Redezeit der Frauen resp. der Männer.
Die Unterzeichnerinnen vermuten, dass die Frauen in Bezug auf diese Faktoren nochmals
wesentlich stärker untervertreten sind. Dasselbe gilt vermutlich auch für andere untervertretene
Bevölkerungsgruppen wie zum Beispiel junge Menschen oder Menschen mit
Migrationshintergrund.
In Bezug auf die Repräsentation der Geschlechter ist es verhältnismässig einfach diese Daten
zu erheben und auszuwerten. Solche Auswertungen schaffen ein Bewusstsein dafür, wie
angemessen Bevölkerungsgruppen – in diesem Fall die Geschlechter – in einem Parlament
vertreten sind und inwiefern dieses seine Repräsentationsaufgabe wahrnehmen kann.
In der Umsetzung sind verschiedene Formen denkbar. Wenn sich zeigen sollte, das Führen
eines Genderwatch-Protokolls manuell erfolgen muss und entsprechend aufwändig ist, so ist
auch denkbar es im Sinne einer Pilotphase vorläufig für 6 Monate zu führen und nach einer
ersten Auswertung zu entscheiden, ob es fortgeführt wird.
Falls das Protokoll automatisiert geführt werden kann, ist der initialaufwand einmalig, so dass
eine Befristung wenig Sinn macht. In diesem Fall würde es sich lohnen zu prüfen, ob auch eine
Auswertung nach anderen Kriterien (Parteizugehörigkeit, Alter, etc.) sinnvoll ist.

Erstunterzeicher:in

Marion Schmid

Ersteinreichung

9. März 2022

Einreichungskanton

Zürich

Einreichegemeinde

Zurich
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