STOPP sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen

Gemäss einem Bericht im RTS ist in Frankreich die Zahl Minderjähriger, die sexuell ausgebeutet werden, in vier Jahren um rund 40 Prozent gestiegen. Auch in der Schweiz gibt es beunruhigende Hinweise: In Genf und Waadt sind mehrere Dutzend Fälle bekannt, mit beinahe wöchentlich neuen Verdachtsfällen . Dies deutet auf eine Zunahme sexueller Ausbeutung von Minderjährigen (oft über Loverboys) und einer Zunahme des Menschenhandels bei Kindern und Jugendlichen hin. Kinder und Jugendliche sind besonders vulnerabel und können Risiken und die Tragweite entsprechender Situationen oft nicht einschätzen. Digitale Medien (z.B. Snapchat) erleichtern Tätern den Zugang und die Manipulation. Über gezielte Kontaktaufnahme und Vertrauensaufbau werden junge Menschen manipuliert und oft über emotionale Abhängigkeiten in sexuelle Ausbeutung oder Prostitution gedrängt. Die Folgen sexueller Gewalt sind gravierend : depressive Symptome, posttraumatische Belastungsstörungen, Angst, chronische Schmerzen, Schlafstörungen, Erschöpfung und sexuelle Funktionsstörungen. Bei missbrauchten Kindern und Jugendlichen, dürften die Folgen noch gravierender sein. Diese Form der Ausbeutung und des Menschenhandels muss gestoppt werden. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach der Situation im Kanton Zürich sowie nach der Datenlage, um Ausmass und Dynamik beurteilen und wirksame Massnahmen ergreifen zu können. Der Regierungsrat wird deshalb um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:

  1. Welche Erkenntnisse liegen dem Kanton Zürich zur sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen vor (Fallzahlen, Verdachtsfälle, Entwicklungen in den letzten Jahren)? Welchen Anteil haben Minderjährige mit Fluchterfahrungen?
  2. Gibt es im Kanton Zürich eine systematische Datenerhebung oder ein Monitoring zu diesem Themenbereich, insbesondere zur sogenannten Loverboy-Methode? Falls nein, wie beurteilt der Regierungsrat die Notwendigkeit eines solchen Monitorings auf kantonaler oder nationaler Ebene?
  3. Welche kantonalen Stellen sind zuständig, und wie ist die Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgung, Jugendhilfe und Opferberatung organisiert?
  4. Welche bestehenden Präventions-, Sensibilisierungs- und Interventionsmassnahmen bestehen im Kanton Zürich – insbesondere in Schulen, Betreuungseinrichtungen sowie gegenüber Eltern – und welche sollen verstärkt oder neu aufgebaut werden?
  5. Digitale Medien und Online-Plattformen spielen eine Rolle. Welche Massnahmen ergreift der Regierungsrat, um den Schutz von Minderjährigen im digitalen Raum zu erhöhen?
  6. Wo sieht der Regierungsrat Handlungsbedarf zur Verbesserung der Erkennung, Prävention und Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen, und welche zusätzlichen Massnahmen sind geplant?

Erstunterzeicher:in

Patricia Bernet

Ersteinreichung

8. Juni 2026

Einreichungskanton

Zürich

Einreichegemeinde

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