Der Klimawandel bedroht die Welt, die wir lieben

Rede am Klima-Aktionstag vom 28. November in Bern

Liebe Teilnehmerinnen, liebe Teilnehmer des Klima-Aktionstages,

Egal, ob das heute Eure erste Kundgebung ist, oder ob Ihr Eure Demos gar nicht mehr zählen mögt: Schön, dass Ihr alle hier seid!

Und wir sind nicht alleine! – Weltweit finden an diesem Wochenende an über 2300 Orten Klima-Aktionstage statt. Wir sind also Teil einer riesigen Bewegung, die sich für echten Klimaschutz einsetzt.

Nur einen Wermutstropfen gibt es: Alle Aktionen in Paris, wo die Klimakonferenz stattfinden wird, sind abgesagt. Dies als Folge der schrecklichen Taten vor zwei Wochen. 200‘000 Menschen wollten alleine am Pariser Klima-Marsch teilnehmen. Das bleibt ihnen nun leider verwehrt.

Umso wichtiger, dass wir heute hier an der Kälte Herz zeigen: Und zwar nicht nur mit all den Herzen, die zahlreich hier auf dem Bundesplatz hängen. Sondern auch auf Twitter unter dem Hashtag #dennichliebe. Dazu kursierten im Internet ja bereits in den letzten Wochen unzählige Liebesbotschaften an unser Klima.

Warum mir diese Kampagnen-Idee für den heutigen Aktionstag so gut gefällt? – Sie verdeutlicht auf den ersten Blick: Alles, was wir lieben, ist vom Klimawandel bedroht.

Drei Beispiele:

#Dennwirlieben FRIEDEN. – Die Klimapolitik soll auch dazu einen Beitrag leisten.

#Dennwirlieben unsere KINDER. – Wir setzen uns hier und heute auch für deren Zukunft ein.

Und mein dritter Favorit: #Dennwirlieben die UMWELT. – Eine Schweiz ohne Gletscher ist unvorstellbar.

Der Klimawandel findet statt und die Auswirkungen erleben wir täglich.

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, machen wir uns nichts vor: Der Klimawandel findet statt und die Auswirkungen erleben wir täglich. Das beweisen nicht nur all diese Liebesbotschaften.

Wir können alle zig Geschichten davon erzählen. Ich bin zum Beispiel familiär mit dem Gletscherdorf Grindelwald verbunden. Mein Urgrossvater baute die alten First-Sesseli. Unser Grossvater zeigte mir alte Fotos, wie weit die Zunge des Oberen Gletschers einst ins Dorf reichte. Wenn ich mit meinem Vater wandern gehe, erzählt er mir, wie er die Gletscher früher noch bewusster erlebte. Suche ich heute mit meiner Tochter in Grindelwald die Gletscher, stimmen mich die Überbleibsel sehr nachdenklich: Bald sind sie verschwunden…

Aber nicht nur Gletscher verschwinden, auch extreme Wetterereignisse wie Starkregen und Hitzewellen nehmen zu.

Wir sind nicht die letzte Generation, die den Klimawandel erlebt, aber wir sind die letzte Generation, die etwas gegen den Klimawandel tun kann.

Das alles zeigt uns: «Wir sehen den Klimawandel. Wir fühlen ihn. Wir sind nicht die letzte Generation, die den Klimawandel erlebt, aber wir sind die letzte Generation, die etwas gegen den Klimawandel tun kann.» – Diese Sätze sagte US-Präsident Barack Obama, als er die Schliessung schmutziger Kohlekraftwerke ankündigte.

Doch nicht nur die grossen USA stehen in der Pflicht, sondern ganz speziell auch wir, die kleine Schweiz. Denn der Klimawandel setzt vielem zu, was uns lieb ist.

Als Beispiel meine persönliche Twitter-Liebesbotschaft:

#Dennichliebe FRISCHES, LOKALES GEMÜSE. – Gibt es mehr Trockenperioden, leidet auch unsere lokale Landwirtschaft. Als Folge wird das Gemüse knapp werden. Und das will ich nicht.

Viele weitere Herzen haben wir alle beschriftet. Und diese geben wir in Form eines Fotobuches Bundesrätin Doris Leuthard mit, wenn sie nächste Woche an die Weltklimakonferenz in Paris reist. Natürlich zusammen mit unseren Forderungen.

Ihr fragt Euch jetzt bestimmt: Was kann denn die Schweiz gegen den Klimawandel tun? Drei Forderungen:

  • Erstens: Wir müssen die Treibhausgas-Emissionen bis in 15 Jahren um 60 Prozent reduzieren. Bis 2050 muss die Schweiz vollständig aus fossilen Energien aussteigen.
  • Zweitens: Wir müssen diese Reduktion durch Massnahmen bei uns erreichen und nicht irgendwo im Ausland.
  • Drittens: Die Schweiz soll sich klar zur Finanzierung von Klimaschutz-Massnahmen in den ärmsten Ländern bekennen.

Diese Forderungen geben wir Bundesrätin Doris Leuthard ebenfalls mit nach Paris und danken bereits im Voraus für ihren Einsatz für eine verantwortungsvolle Klimapolitik.

Aber eben: Auch wir alle können einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten: Bei der Wahl unserer Verkehrsmittel, beim Umgang mit Energie oder durch Konsum lokaler und saisonaler Produkte.

Bleiben wir also dran! Unser Einsatz lohnt sich: für uns, aber auch für unsere Kinder, Grosskinder und Urgrosskinder. Und schliesslich für die Welt insgesamt.

Ansprechpartner:innen zu diesem Thema

Nadine Masshardt

Nadine Masshardt

Vizepräsidentin der Fraktion

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