Menschen schützen, Spitalpersonal entlasten!

Die aktuelle Corona-Welle nimmt ein gravierendes Ausmass an. Dramatische Engpässe auf den Intensivstationen drohen. Es ist inakzeptabel, dass das Spitalpersonal so stark belastet wird und unzumutbare Triage-Entscheide fällen muss. Darum verlangt die SP von Bundesrat und Kantonen, dass sie Massnahmen ergreifen, um alle Menschen zu schützen und die Fallzahlen raschestmöglich zu senken. Die Kantone sind dazu aufgerufen, die Booster-Impfungen bis Weihnachten «rund um die Uhr» anzubieten.

«Wir müssen die Fallzahlen schleunigst senken, um die Intensivstationen zu entlasten. Die notwendig gewordene Triage führt zu schwierigen ethischen Entscheiden darüber, wer eine lebensrettende Behandlung bekommt. Wir kommen in eine Lage, in der Leute sterben, weil unser Gesundheitssystem nicht mehr ausreicht», sagt SP-Nationalrätin Barbara Gysi. «Egal, ob es sich um geimpfte oder ungeimpfte Personen handelt – die Zumutung für das Spitalpersonal ist riesig. Auf ihnen lastet die unfreiwillige Last der Entscheidung über Leben und Tod.» Die SP schliesst sich darum den Forderungen des Schweizerischen Pflegefachverbandes (SBK) nach umfassendem Schutz für das Pflegepersonal an.

Die aktuellen Zustände in den Spitälern sind nicht nur eine direkte Folge der Pandemie, sondern auch ein trauriges Zeugnis verpasster Investitionen von Spitälern und Kantonen in die Arbeitsbedingungen des Gesundheitspersonals. «Die Forderungen des Personals wurden nicht gehört, was jetzt zu unzumutbaren Situationen führt», sagt SP-Nationalrätin Flavia Wasserfallen. «Die Überlastung der Gesundheitseinrichtungen führt kurzfristig dazu, dass unzählige Leute den Job verlassen. Dies senkt die Aufnahmekapazitäten und steigert wiederum die Überlastung. Längerfristig wird der Pflegeberuf für Lernende verstärkt unattraktiv. Es ist ein doppelter Teufelskreis.»

Boostern stark vorantreiben

In der jetzigen Situation und mit Blick auf die drohende Omikron-Ansteckungswelle müssen alle geschützt werden: die Geimpften, bei welchen es ohne Booster vermehrt zu Impfdurchbrüchen kommt; jene Gruppe, die nicht durch die Impfung geschützt werden kann: Kinder bis 12 Jahre und immunschwache Personen; die Ungeimpften, die akut von Ansteckungen mit schweren Verläufen bedroht sind. Für die SP ist es denkbar, dass Letztere von Behörden und Schlüsselpersonen wie etwa Hausärzt:innen verstärkt direkt informiert und sensibilisiert werden.

Studien zeigen, dass die Auffrischungsimpfung die Zirkulation des Virus nachhaltig bremst. Darum verlangt die SP von den Kantonen, dass sie sich nicht länger gegen die bundesrätlichen Vorschläge stemmen, sondern die Umsetzung der Booster-Kampagne beschleunigen und die Finanzierung der nötigen temporären Kapazitäten sicherstellen. «Die Kantone müssen bis Weihnachten täglich und bis in den späten Abend hinein boostern», sagt SP-Nationalrätin Yvonne Feri. «Die Impfung und die Auffrisch-Impfungen müssen gut zugänglich sein. Einige Kantone sind gut unterwegs, andere haben Aufholbedarf.»

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