Interpellation Luc Nünlist (SP, Olten): Gesundheitliche Auswirkungen von Hitze und Klimawandel

Häufigere und intensivere Hitzeperioden stellen ein Gesundheitsrisiko dar. Die aktuelle Klima-Risikoanalyse des Bundesamts für Umwelt (BAFU) stuft gesundheitliche Beeinträchtigungen infolge von Hitze als das grösste Klimarisiko in der Schweiz ein, mit einer zusätzlichen deutlichen Verschärfung in den kommenden Jahrzehnten. Besonders betroffen sind dicht besiedelte Räume im Mittelland, sowie vulnerable Bevölkerungsgruppen. Wobei sich demografische Entwicklungen wie die Alterung der Bevölkerung, sowie sozioökonomische Faktoren zusätzlich risikoverstärkend auswirken.

Hitzeperioden können zu einer Vielzahl gesundheitlicher Beeinträchtigungen und bis zu vor- zeitigen Todesfällen führen. Gemäss Klima-Risikoanalyse des Bundes wurden in der Schweiz im Jahr 2023 542 Todesfälle auf Hitze zurückgeführt (Mai bis September). Zudem weist die Analyse darauf hin, dass bereits moderat heisse Tage eine erhebliche gesundheitliche Belastung darstellen können und hohe Nachttemperaturen die Erholung beeinträchtigen.

Auch volkswirtschaftlich und bildungspolitisch ist Hitze relevant: Der Verlust an Arbeitsproduktivität verursacht national bereits heute Kosten in der Höhe von mehreren hundert Millionen Franken pro Jahr, im Gesundheitswesen empfinden 70% des befragten Pflegepersonals Hitze als belastend oder sehr belastend in ihrer Arbeit.

Kinder leiden überproportional unter Hitze und ihre Entwicklung und Lernverhalten ist nach- weislich stark beeinträchtigt bei erhöhten Temperaturen. Die Fortsetzung des Unterrichts bei Hitze kann je nach der baulichen Gegebenheit der Schulhäuser zu sehr unangenehmen und unproduktiven Lernbedingungen führen. Hohe Temperaturen belasten die Entwicklung der Schüler:innen und erschweren Konzentrations- und Lernfähigkeit.

Der Kanton Solothurn nimmt sich dem Thema an, unter anderem mit Informationsangeboten des Gesundheitsamts. Der kantonale Massnahmenplan Klimaschutz behandelt die Anpassung an den Klimawandel allerdings ausdrücklich nicht, da dafür auf eine kantonale Anpassungsstrategie aus den Jahren 2015/2016 verwiesen wird, der seinerseits die gesundheitlichen Folgen nur am Rande erwähnt. Damit stellt sich die Frage, wie der Gesundheitsschutz bei Hitze im Kanton heute verankert ist, und wie eine wirksame Vorsorge für die Bevölkerung sichergestellt wird.

Es interessiert, ob dem Kanton Daten zu hitzebedingten Gesundheitsfolgen vorliegen, welche präventiven und schützenden Massnahmen eingesetzt werden und ob diese auch wirklich jene Bevölkerungsgruppen erreichen, die einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind.

Studien zur sozialen Dimension des Klimawandels weisen darauf hin, dass gesundheitliche Risiken von Folgen des Klimawandels sozial ungleich verteilt sind. Gerade mehrfach vulnerable Personen mit eingeschränkten Ressourcen verfügen häufig über geringere Möglichkeiten zur Eigenvorsorge, etwa aufgrund ihrer Wohnsituation, ihres Gesundheitszustands oder eines erschwerten Zugangs zu Information und Unterstützung.

Vor diesem Hintergrund bitten wir den Regierungsrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Verfügt der Kanton Solothurn über einen Hitzeschutz- oder Hitzeaktionsplan, wie ihn etliche andere Kantone (z.B. Gallen) kennen? Falls nein, weshalb nicht und ist geplant einen solchen Aktionsplan zu erarbeiten?
  2. Welche Erkenntnisse und Daten liegen dem Regierungsrat zu hitzebedingten Gesundheitsfolgen im Kanton Solothurn vor (insbesondere Mortalität, Hospitalisationen, Notfalleinsätze und ambulante Behandlungen), und wie hat sich diese Belastung und Prävalenz in den letzten Jahren entwickelt?
  3. Sind unsere Schulgebäude angemessen für häufiger auftretende langanhaltende Hitzeperioden vorbereitet? Welche spezifischen Verbesserungen sollten ergriffen werden, um die Schulgebäude besser auf extreme Wetterbedingungen auszurichten? Wird die Temperatur in Schulzimmern systematisch gemessen?
  4. Wie ist der hitzebedingte Gesundheitsschutz departementsübergreifend verankert? Und wenn nicht, ist eine übergeordnete Koordination geplant? Welche personellen Ressourcen stehen dafür zur Verfügung, erachtet der Regierungsrat diese als ausreichend?
  5. Erachtet der Regierungsrat vor dem Hintergrund der dargestellten gesundheitlichen Risiken eine Ergänzung des Massnahmenplans Klimaschutz um Aspekte der gesundheitlichen Klimaanpassung – insbesondere im Bereich Hitze – als sinnvoll?
  6. Welche Daten liegen dem Regierungsrat zu den gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Kosten hitzebedingter Erkrankungen im Kanton Solothurn vor (z. Gesundheitskosten, krankheitsbedingte Abwesenheiten, Produktivitätsverluste)?
  7. Welche Massnahmen (z. Karte kühler Rückzugsorte, Hitzetelefon, etc.) bestehen aktuell zum Schutz besonders vulnerabler Bevölkerungsgruppen während Hitzeperioden? Wie wird sichergestellt, dass insbesondere vulnerable Bevölkerungsgruppen effektiv erreicht werden? Wo sieht der Regierungsrat allenfalls Handlungsbedarf?
  8. Wie berücksichtigt der Regierungsrat bei Schutzmassnahmen, dass gesundheitliche Folgen des Klimawandels sozial ungleich verteilt sind und mehrfach vulnerable Bevölkerungs- gruppen geringere Möglichkeiten zur Eigenvorsorge haben? Sieht der Regierungsrat hier Anpassungsbedarf bei Ausgestaltung oder Zielgruppenansprache?

Erstunterzeicher:in

Luc Nünlist

Ersteinreichung

25. März 2026

Einreichungskanton

Solothurn

Einreichegemeinde

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